Warnstreiks: Ab Mittwoch fahren kaum noch Busse

Von: Heiner Hautermans
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Aseag und Müllabfuhr werden in die Warnstreiksim Öffentlichen Dienst einbezogen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Die niedrigen Lohngruppen werden immer niedriger“, begründet Corinna Groß, die Geschäftsführern des Verdi-Bezirks Aachen/Düren/Erft, weshalb die Streikbereitschaft unter den insgesamt 28.000 Mitgliedern derzeit groß ist.

„Von 13 Fachbereichen betreffen zehn den Öffentlichen Dienst.“ Und für den stehen in den nächsten Tagen Warnstreiks an, die weit über die Aktionen der vergangenen Woche hinausgehen. Besonders wichtig sei die Forderung nach dem Sockelbetrag von 100 Euro, so Groß weiter: „Davon sind wir noch weit entfernt.“

Bund, Länder und Kommunen hätten sich die gegenwärtigen Situation selbst zuzuschreiben, weil in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel zu geringe Steigerungen von Löhnen und Gehältern vorgenommen worden seien. Deutschland habe sich im europäischen Vergleich einmal bei den Tarifgehältern in der Spitzengruppe befunden, jetzt aber weit zurückgefallen. Unter anderem sind in Aachen erstmals auch die Aseag und der Stadtbetrieb sowie die anderen Abteilungen der Stadtverwaltung mit insgesamt 4500 Beschäftigten aufgefordert, die Arbeit niederzulegen.

Es ist also nach den Erfahrungen aus früheren Tarifauseinandersetzungen damit zu rechnen, dass am Mittwoch, 26. März, nur noch wenige Busse auf Aachens Straßen fahren, am Donnerstag, ist dann die Müllabfuhr betroffen, aber auch viele der 57 Kitas und einige der Schwimmhallen können, wie in der letzten Runde, wieder geschlossen bleiben.

„Wir können da leider nicht viel tun, da wir nicht wissen, wo und wie gestreikt wird, erläutert Björn Gürtler vom Fachbereich Presse und Marketing die relative Hilflosigkeit der Arbeitgeberseite. Allerdings werde es sicherlich zu Einschränkungen der Dienstleistungen kommen, etwa bei den Kindertagesstätten und in Nachmittagsbetreuung der Offenen Ganztagsschule.

„Deshalb bittet die Stadt Aachen alle Eltern, für Donnerstag, 27. März, nach Möglichkeit Alternativen zur Betreuung ihrer Kinder zu suchen.“ Denn da man nicht genau wisse, welche Einrichtung bestreikt werde, könne man auch keine Notbetreuung einrichten. „Die Stadtverwaltung bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.“

Die Aseag geht davon aus, dass am Mittwoch (26.) und Donnerstag (27.) den ganzen Tag nur wenige Busse fahren werden. Sprecherin Anne Linden: „Vom Streik betroffen ist der gesamte Linienverkehr der Aseag in Stadt und Städteregion Aachen. Nach Informationen des kommunalen Arbeitgeberverbandes beginnt der Warnstreik am Mittwochmorgen mit Dienstbeginn der Busfahrer um 3.30 Uhr und endet voraussichtlich mit Betriebsschluss am Donnerstag gegen 2.30 Uhr.“

Viele sind organisiert

Ein Großteil der gut 600 Mitarbeiter sei gewerkschaftlich organisiert, so dass man keinen Notfahrplan aufstellen könne. Die Auftragsunternehmen der Aseag seien jedoch von dem Streik größtenteils nicht betroffen, da dort andere Tarifbestimmungen gelten würden. Dennoch würde sich der Streik voraussichtlich auch auf den Einsatz der Auftragsunternehmen auswirken.

Die gewohnten Öffnungszeiten des Kunden-Centers in der Peterstraße/Ecke Schumacherstraße können an beiden Streik-Tagen nicht gewährleistet werden. Ab Freitag, 28. März, sollen die Busse wieder planmäßig fahren.

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