Walheim: Eltern kämpfen für die dritte Eingangsklasse

Von: Margot Gasper
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Noch gehen die Kinder in den Kindergarten. Nächsten Sommer möchten ihre Eltern sie an der Grundschule Walheim einschulen. Falls nicht eine dritte Eingangsklasse eingerichtet wird, müssen allerdings etliche Kinder abgewiesen werden. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Wir brauchen die dritte Eingangsklasse!” In Walheim sind Eltern in heller Aufregung. Sie befürchten, dass ihre Kinder ab nächsten Sommer nicht an der Schule im Heimatort eingeschult werden können. Denn es gibt mehr Anmeldungen als Plätze.

An der Gemeinschaftsgrundschule Walheim sind für das Schuljahr 2011/12 bislang 69 künftige Erstklässler angemeldet worden. Die Schule ist im Schulentwicklungsplan der Stadt zweizügig ausgewiesen, also mit zwei Klassen pro Jahrgang.

Neun Kinder müssten abgewiesen werden

Damit könnten allerhöchstens 60 Kinder aufgenommen werden. Nach jetzigem Stand müssen also neun Kinder abgewiesen worden, darunter auch fünf, für die die Grundschule am Kirchberg die nächstgelegene Schule ist.

Die Eltern befürchten, dass die Zahl der Abweisungen noch höher ausfallen wird. Denn nach den Daten der Stadt werden im nächsten Sommer in Walheim 92 Kinder schulpflichtig.

„Nicht zumutbar”

Die Schulleiterin hat die Einrichtung einer dritten Eingangsklasse beantragt, die Schulverwaltung allerdings plädiert in Abstimmung mit Schulrätin Ulla Roder dafür, diese dritte Klasse in Walheim nicht einzurichten (wir berichteten). Die nächstgelegenen Schulen für die Kinder aus Walheim wären dann Oberforstbach oder Kornelimünster. Die Verwaltung hält das mit Verweis auf die Busverbindungen auch für zumutbar. Die Eltern sehen das allerdings anders.

„Der Besuch einer anderen Grundschule ist für Kinder aus Walheim und den umliegenden kleineren Ortschaften nicht zumutbar”, erklärt Schulpflegschaftsvorsitzende Beate Weiß. Hartmut Blumberg sieht das auch so. Er möchte seinen Sohn ab Sommer in Walheim zur Schule schicken, „denn wir wohnen einen Steinwurf entfernt.” Und für Blumberg steht fest: „In einen Bus der Linie 11 setzte ich kein I-Dötzchen.” Die Busse seien mit vielen Schülern der weiterführenden Schulen immer sehr voll.

Die Eltern sorgen sich auch, dass Kinder, die in Walheim abgelehnt werden, den Kontakt zu Freunden und Spielkameraden im Ort verlieren. „Und man kann von Eltern nicht erwarten, dass sie einen ständigen Fahrdienst organisieren”, gibt Stefan Clemens zu bedenken, dessen Sohn ebenfalls ins erste Schuljahr kommt.

Aus Sicht der Verwaltung ist im Gebäude am Kirchberg allerdings überhaupt kein Platz für eine dritte Eingangsklasse. Ein zusätzliches Klassenzimmer könne nur eingerichtet werden, wenn dafür der Mehrzweckraum geopfert würde. Auch das bringt die Eltern auf die Palme. Erst vor wenigen Jahren, erinnert Schulpflegschaftsmitglied Sabine Clemens, seien Räume an die Peter-Härtling-Schule, die Förderschule im selben Gebäude, abgegeben worden. Und sogar ein Träger der Jugendhilfe nutze Räume der Schule. „Unserer Schule sind Räume weggenommen worden”, so Clemens. Und jetzt werde der Raummangel als Argument gegen eine Erweiterung verwandt.

Auch ein Antrag aus Brand

Die Eltern sind überzeugt: Am fehlenden Platz darf eine dritte Eingangsklasse nicht scheitern. Schließlich habe sich die Schule in der Vergangenheit sogar mit Pavillonklassen beholfen. Der Schulentwicklungsplan, argumentiert die Schulpflegschaft, dürfe kein starres Instrument sein. Auch ohne generelle Erhöhung der Zügigkeit müsse es möglich sein, zumindest einen stärkeren Jahrgang zu berücksichtigen.

Am Donnerstag beschäftigen sich die Mitglieder des Schulausschusses mit den Anmeldezahlen und den Anträgen auf zusätzliche Eingangsklassen. Der Ausschuss tagt ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße. Neben der GGS Walheim hat auch die Karl-Kuck-Schule in Brand eine dritte Eingangsklasse beantragt. Für die Walheimer Eltern steht indes schon jetzt fest: „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit unsere Kinder in Walheim zur Schule gehen können.” Einige Eltern, so heißt es, haben sich auch schon juristischen Rat geholt.
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