FuPa Freisteller Logo

Wabe-Sozialkaufhaus: Zahl der Kunden steigt weiter an

Von: Amien Idries
Letzte Aktualisierung:
sozialkaufhaus_bu
Neue Räume im Freunder Weg: Frank Schallenberg, Antonio Hanf-Prummern und Katrin Bauermeister (alle von der Wabe) sind mit dem Sozialkaufhaus nach Rothe Erde umgezogen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Den wirtschaftlich ange-schlagenen Aachen Arkaden scheint in unmittelbarer Nähe eine Konkurrenz zu erwachsen, die als solche auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen ist.

„Die Leute finden die Arkaden ja ganz schön. Sie stellen sich aber schon die Frage, wer aus Rothe Erde denn die Preise dort bezahlen soll”, sagt Antonio Hanf-Prummer, Leiter des Sozialkaufhauses der Wabe, das nun Quartier im Freunder Weg 61 bezogen hat.

Monatelang haben zahlreiche helfende Hände die neue Bleibe hergerichtet und den Umzug aus dem Herzen der Stadt absolviert. „Der Weggang aus der Ottostraße, wo wir etwa 10 Jahre eine Heimstatt hatten, war schon mit etwas Wehmut verbunden”, so Katrin Bauermeister, die bei der Wabe den Fachbereich Arbeit und soziale Integration leitet, „so langsam leben wir uns aber auch hier ein und sind überzeugt, dass die Menschen unser Angebot annehmen.

Das Sozialkaufhaus verkauft Möbel, Textilien, Spiele und Haushaltsgeräte zu günstigen Preisen an bedürftige Menschen. Darüber hinaus stellt es einen sozialen Treffpunkt dar. „Hier treffen sich Menschen, die zu Hause einsam sind und soziale Kontakte pflegen wollen”, so Hanf-Prummern.

Des Weiteren dienen das Kaufhaus, die Möbelwerkstatt und die Außenabteilung des Rad-Recyclingprojektes, die ebenfalls in den neuen Räumlichkeiten Platz finden, der beruflichen Wiedereingliederung.

„Derzeit arbeiten etwa 50 Menschen bei uns und werden nach längerer Arbeitslosigkeit oder psychischen Erkrankungen wieder an den ersten Arbeitsmarkt herange-führt”, erklärt der Koordinator der Recyclingprojekte Frank Schallenberg.

Obwohl die Hauptkunden des Kaufhauses Menschen sind, die Hartz IV beziehen, muss niemand am Eingang eine Bescheinigung des Amtes vorlegen. „Besonders in den letzten Jahren sind immer mehr Menschen in prekäre Arbeitsverhältnisse geraten, so dass die Zahl derer, die bei uns einkaufen, spürbar gewachsen ist”, betont Bauermeister, „deshalb ziehen wir keine strikten Grenzen, die ja eh vollkommen willkürlich wären.”

Speicher durchforsten

Alle Nichtbedürftigen können ihren Beitrag zum Sozialkaufhaus leisten, indem sie ihre Speicher und Keller nach Sachen durchforsten, die sie nicht mehr benötigen. „Wir nehmen alles, was noch brauchbar ist”, so Schallenberg, „schadhafte Möbel können in unserer Werkstatt ausgebessert werden und Kleidungsstücke werden von uns gewaschen.” Gerne hole man schwere Stücke auch mit dem hauseigenen Lieferwagen ab.

Und vielleicht kann der ausrangierte Kleiderschrank oder das Spielzeug, das der Kleine schon seit Monaten nicht mehr angefasst hat, ja irgendwem wieder Freude bereiten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.