Wabe befürchtet noch mehr Bedürftige

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
waermestube_bu
Sie befürchten, dass es künftig noch mehr Bedürftige geben könnte, die die Dienste der Wärmestube in Anspruch nehmen müssen (von links): Gerd Schmidt, Rolf Klinkhammer, Alois Poquett, Esther Flemming und Günter Schabram. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Schlechte Zeiten treffen die Ärmsten am härtesten. Das zeigt der Jahresbericht der Wärmestube der Wabe, der jetzt von den Einrichtungsleitern Rolf Klinkhammer und Gerd Schmidt veröffentlicht wurde.

Im Juristendeutsch ist die Wärmestube ein „Tagestreff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten gemäß § 67 SGB XII” - im Klartext bedeutet das: Anlaufstelle für Obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohten Bürgern.

Plus von zehn Prozent

Exakt 18.283 Besuche wurden im Jahr 2008 in den damals noch in der Ottostraße gelegenen Räumlichkeiten registriert. Ein Plus von zehn Prozent. „Diese Zahl dürfte sich auf etwa 500 verschiedene Personen verteilt haben”, schätzt Rolf Klinkhammer.

Seit Februar hilft die Wärmestube, die 1986 die erste Einrichtung des Vereins überhaupt war, den Gestrandeten der Gesellschaft. Und sollte die Nachfrage weiter steigen, käme das nicht überraschend. Schmidt: „Das ist seit Jahren der kontinuierliche Trend.”

Neben Verpflegung und gesundheitlicher Vorsorge ist es eine Kernaufgabe, den Besuchern bei schwierigen, aber wichtigen Behördengängen zu helfen - mit dem Ausfüllen von Anträgen seien die häufig Suchtkranken oft überfordert.

Zudem haben die Sozialarbeiter den Eindruck, dass sich bei den Ämtern der Umgangston zunehmend verschärfe, während die Hilfsbereitschaft sinke. Geschäftsführer Alois Poquett und Günter Schabram vom Sozialamt schätzen, dass die Angestellten der Ämter von dem erhöhten Andrang überfordert sind. Schabram gibt zu bedenken: „Der Umgang mit diesen Menschen ist eben oft nicht einfach. Das kann nicht jeder.”

Bürgermeisterin Sabine Verheyen (CDU), die sich seit langem für die Wärmestube engagiert, hält daher das Einbeziehen der Besucher in organisatorische Aufgaben für besonders wichtig. „Das sind erste Schritte zurück zu dem, was man unter einem geregelten Leben versteht.” Immerhin 47 Menschen konnte so in den letzten drei Jahren zu einem festen Wohnsitz verholfen werden.

Spenden willkommen

25.200 Euro pro Jahr erhält die Wärmestube für ihre Arbeit von der Stadt, weitere 52.500 von der Sparkasse - freiwillige Zahlungen, die das Loch, das die Diakonie vor vier Jahren mit ihrem Rückzug hinterließ, notdürftig stopfen können. „Wir werden nicht verwöhnt, aber auch nicht hängen gelassen”, stellt Alois Poquett fest.

Spenden auf das Spendenkonto 1317700, bei der Sparkasse Aachen, BLZ 39050000, sind jedenfalls immer willkommen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert