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Vorfreude auf den Käfig voller Narren

Von: Grit Schorn
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Launige Talkrunde am Sonntag im Grenzlandtheater (v.l.n.r.): Stephan Ohm, musikalischer Leiter bei „Ein Käfig voller Narren“, Moderator und Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt, Choreographin Marga Render, Moderator und stellvertretender AZ-Chefredakteur Bernd Büttgens und Ulrich Wiggers, Regisseur beim „Käfig voller Narren“. Foto: Andreas Schmitter
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Eindrucksvolle Kostprobe zum Stück: Samuel Schürmann trat als „Zaza“ auf. Foto: Schmitter

Aachen. Um die Gala-Premiere im Dezember drehte sich vieles beim gestrigen Theater-Talk im Grenzlandtheater. Intendant Uwe Brandt und Regisseur Ulrich Wiggers wollen den unsterblichen „Käfig voller Narren“ (La Cage aux Folles) mit Macht und viel Fantasie auf die nicht gerade großräumige Bühne bringen. Gelungen war dies ja auch mit der kraftvollen Wiggers-Inszenierung des Erfolgsmusicals „Der Mann von La Mancha“ in der vorigen Spielzeit.

Da passte es recht gut, dass im ersten Teil der Matinee der Musicalstar Leila Vallio mit dem diesjährigen Karl-Heinz Walther-Preis ausgezeichnet wurde. Die junge „Italienerin aus Buxtehude“ empfing die Auszeichnung für ihre tolle Leistung in „Der Mann aus La Mancha“ – sie sang und spielte Don Quichottes Angebetete Dulcinea, die in Wahrheit die Hure Aldonza ist (siehe auch Bericht im Kulturteil, Seite 11).

Mit Vergnügen verfolgte das zahlreich erschienene Publikum die muntere Unterhaltung zwischen Uwe Brandt und Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, die ihre Gäste mit viel Humor und nach allen Regeln der Kunst „ausfragten“. So auch Stephan Ohm, der musikalische Leiter für „La Cage aux Folles“, der auch schon Kostproben aus dem fetzigen Musical am Piano darbot. Die Musik kommt im Dezember „natürlich live“, im „Obergeschoss“ der kleinen Bühne, ganz ähnlich wie bei der einstigen Aufführung von „My Fair Lady“ im Grenzlandtheater, wo Ulrich Wiggers damals bravourös den Dr. Higgins verkörperte.

Wiggers, der erfreulicherweise fast so etwas wie ein „Hausregisseur“ am Theater in der Elisen-Galerie geworden ist, imponierte nicht nur mit der Tatsache, dass er vor etlichen Jahren im „Käfig voller Narren“ den jungen Sohn von George, dem Club-Besitzer spielte, in Berlin unter Helmut Baumann. Im Stück geht es auch diesmal rund: Der Club-Chef und sein Travestiestar Albin alias Zaza sind ein homosexuelles Paar. Als Georges Sohn Jean-Michel eine junge Frau aus sehr konservativen Kreisen heiraten will, scheint ein Treffen der beiden „Elternpaare“ unvermeidlich. Doch woher eine „normale“ Familie nehmen?

Hinreißend war der Auftritt von Samuel Schürmann, der „Zaza“ spielt, mit rotem Haar, in einem Wahnsinnsfummel und auf hohen Hacken. Eine „Fummeltante“ gibt der 33-Jährige dennoch nicht ab, und wenn er den Song „Ich bin was ich bin“ vorträgt, will der Applaus kein Ende nehmen.

Auch die Choreografin Marga Render hat bei dieser Inszenierung gut zu tun. Seit drei Jahren gibt sie im Grenzlandtheater Tanzschritte vor und ist auch – nach etlichen Jahren am Das Da Theater – in verschiedenen anderen Städten aktiv. Laufsteg-Übungen mussten die Herren auf High Heels absolvieren, bis die Gelenke knirschten. 60 Kostüme und ein „Riesen-Apparat“ halten die Macher in Atem, zurzeit auf der engen Probebühne in der Pontstraße.

„Im Stück geht es um Liebe, wie auch immer die aussehen mag“, verspricht Intendant Brandt. Das gilt wohl auch für das kleine Grenzlandtheater selbst, denn hier finden häufig Menschen zusammen, die die besondere Atmosphäre hier schätzen. Wie auch der aus Aachen stammende Gido Schimanski, der den George spielt.

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