Vor der Demo gegen Nazis: Säure gegen linken Szenetreff

Von: gei
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Aachen. Einen Tag vor der für Samstag angekündigten Demonstration gegen Neonazis, hat es einen Buttersäure-Anschlag auf das Autonome Zentrum (AZ) am Hauptbahnhof gegeben.

Die Täter werden in rechtsextremen Kreisen vermutet, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Das AZ, Treffpunkt für vorwiegend junge Leute aus dem linken und antifaschistischen Spektrum, war in der Vergangenheit mehrfach Ziel rechter Attacken. Ziel sei es offenbar, politische Gegner einzuschüchtern und antifaschistische Aktivitäten zu behindern, so AZ-Vertreter.

Am Samstag, 18 Uhr, ist das AZ an der Vereinsstraße Startpunkt einer Demonstration gegen „neofaschistische Strukturen”. Anlass ist das zehnjährige Bestehen der zunehmend militanter auftretenden rechtsextremen Kameradschaft Aachener Land und die enge personelle Verflechtung mit der hiesigen NPD. Zugleich werfen die Demonstranten der Aachener Justiz und Polizei vor, nicht entschieden genug gegen Neonazis vorzugehen, stattdessen aber immer wieder Antifaschisten ins Visier zu nehmen. Auch die Vereinsspitze von Alemannia Aachen habe zu lange tatenlos dem Treiben rechtsextremer Fans im Stadion zugesehen. Der Tivoli gilt als wichtiges Rekrutierungsfeld neuer Neonazis.

Ob die Buttersäure-Attacke im direkten Zusammenhang mit der heutigen Kundgebung steht, ist noch ungeklärt. Die inzwischen von der Feuerwehr beseitigte Substanz wurde vermutlich in der Nacht zum Freitag durch einen Briefschlitz in den Flur geschüttet. Am Nachmittag folgten per Mail weitere Drohungen gegen Linke.

Durch die Demo „gegen Nazis und Repression” kann es am heutigen Samstag ab 18 Uhr in der Innenstadt zu Behinderungen kommen. Die Polizei hat starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen und für Nachfragen ein Bürgertelefon eingerichtet: 0241/95770.
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