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Von Wegen Lisbeth: Ein neuer leuchtender Stern am Indie-Pop-Himmel

Von: Verena Richter
Letzte Aktualisierung:
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Im Sonnenschein und Zigarettenrauch: Im Zuge ihrer Tournee spielt die Berliner Indie-Popband Von Wegen Lisbeth auch in Aachen, am morgigen Freitag um 20 Uhr im Musikbunker. Foto: Band

Aachen. Wer ist eigentlich Lisbeth? Darüber kursieren verschiedene Geschichten rund um den neuen Stern am deutschen Indie-Himmel mit Namen Von Wegen Lisbeth. Zum einen heißt es, die Berliner Band habe sich nach der Großmutter ihres Keyboarders Robert Tischer benannt.

Er selbst sagt, das jedes Bandmitglied je ein Wort auf ein Blatt schreiben durfte, es faltete und dann weiterschob. Am Ende kam Von Wegen Lisbeth dabei heraus. Wo bei fünf Mitgliedern die zwei fehlenden Worte geblieben sind, bleibt allerdings unklar. Zufrieden ist man dennoch, „es klingt nicht zu tiefschürfend, aber interessant“, sagt Tischer.

Interessant und ironisch – so kann man auch ihre deutschen Texte zusammenfassen, die Julian Hölting (Bass), Matthias Rohde (Gesang, Gitarre), Robert Tischer (Synthesizer, Percussion), Doz Zschäbitz (Gitarre) und Julian Zschäbitz (Schlagzeug) aus Berlin derzeit in ganz Deutschland vorstellen. Die Band tourt mit ihrem Debüt-Album „Grande“ durch die Lande und macht am morgigen Freitag, 21. Oktober, um 20 Uhr im Musikbunker Station. Im Gegensatz zu vielen anderen Konzerten gibt es für den Gig in der Goffart–straße sogar noch Karten.

Dass viele ihrer Auftritte ausverkauft sind, verwundert dabei weniger als die Tatsache, dass das ausgerechnet in Aachen nicht der Fall ist. „Die Tour läuft unfassbar gut, damit hätten wir nie gerechnet. Es wird überall voll, fast immer ausverkauft, schwitzig, heiß, was will man mehr?“, fragt Robert Tischer. Dem Geheimtipp-Status ist Von Wegen Lisbeth jedenfalls längst entwachsen. Dazu haben spätestens die Touren im Vorprogramm von Annen May Kantereit und Element of Crime gesorgt.

Doch nach eigenen Angaben hat sie weder das noch der Vertrag mit dem Major-Label Columbia davon abgehalten, einfach ihr Ding zu machen. „Uns war wichtig, dass wir nach wie vor möglichst viel Freiheit haben und selber entscheiden können, mit wem wir zusammenarbeiten wollen“, sagt Sänger und Textschreiber Matthias Rohde. An der Situation der Band habe sich nach dem Major-Deal wenig geändert. Vielleicht nur das: „Wir spielen jetzt viel mehr Konzerte als je zuvor. Das macht Spaß. Genau darum geht es ja“, so Rohde.

In seinen Texten verarbeitet er häufig Alltagssituationen, die „dem Unwesentlichen Bedeutung beimessen, und das vermeintlich Wesentliche für bedeutungslos erklären“, wie es der „Berliner Tagesspiegel“ einmal ausdrückte. Hinzu kommt eine Musik, die die Band selbst als Indie-Pop bezeichnet. Größtenteils wohl, weil sich dahinter alles verbergen kann – ungewöhnliche Musikinstrumente wie eine Steel-Drum, die die Jungs aus dem Müll der Deutschen Oper in Berlin gefischt haben wollen, oder einem Casio-Keyboard für Kinder. Egal, „so lange es eigen klingt und gerne auch etwas abgefuckt. Hauptsache es ist nicht so Standard“, sagt Robert Tischer.

2006 hat sich die Band noch unter anderem Namen gegründet, damals spielte sie Punk, „weil wir nichts anderes konnten“, wie Matthias Rohde erzählt. „Aber es hat da schon riesigen Spaß gemacht.“ Später seien dann ihr musikalischer Anspruch und auch das Geschick an den Instrumenten gestiegen. „Mit der Zeit hat sich unsere Musik so verändert, dass uns immer mehr Leute hören wollten“, beschreibt Julian Hölting den Aufstieg der Band, zu dem neben den ironisch-melancholischen Texten wohl auch die – immer noch selbst produzierten – Videokunstwerke beigetragen haben.

Handgemachte Musik

Die gibt es am Freitag im Musikbunker, Goffartstraße 26, zwar nicht zu sehen, dafür aber eine „Band, die alles noch selbst spielt, also keinen Laptop mit auf die Bühne schleppt“, sagt Tischer, der den Zuhörern vor allen Dingen Spaß verspricht.

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