Von Baum zu Baum den „inneren Schweinehund” überwinden

Von Baum zu Baum den „inneren Schweinehund” überwinden

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
kletterwald
Etwa zwei Jahre hat es gebraucht, bevor der Kletterwald im Preuswald jetzt bei herrlichem Sonnenschein und milden Temperaturen eröffnet wurde. Foto: Foto: Andreas Steindl

<b>Aachen. </B>„Klettern kann jeder”, meint Katrin Wallraff. Die 20-Jährige ist eine der Trainerinnen im frisch eingeweihten Kletterpark im Preuswald. „Man muss nur den Mut haben anzufangen”, sagt sie.

Sie gehört zu einem Team von etwa 20 jungen Leuten, die Kindern und Erwachsenen beim Hangeln zwischen den Bäumen am Unteren Backertsweg zur Seite stehen.

Zur offiziellen Eröffnung schwingen sich zwei Affen - unter den Kostümen verbergen sich zwei Trainer - mit Leichtigkeit von Baum zu Baum und machen vor, welche Möglichkeiten der Kletterpark bietet. Zunächst einmal haben sie in luftiger Höhe eine Holzorgel zum Klingen gebracht, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Blicke der Zuschauer folgen ihnen nun von Baum zu Baum.

Etwa zwei Jahre hat es gebraucht, bevor der Kletterwald im Preuswald jetzt bei herrlichem Sonnenschein und milden Temperaturen eröffnet wurde. „Wir hatten eine ganze Reihe von Schwierigkeiten zu überwinden”, erzählt Stephan Hilgers als Geschäftsführer des Kletterwalds.

Doch nicht zuletzt dank der Unterstützung der Grünen und der Stadt Aachen könne es jetzt endlich losgehen. Die ersten Besucher kamen schon weit vor der Zeit und harrten geduldig aus, um unter den Ersten zu sein, die den Kletterparcours für sich erobern. Sie werden mit Gurten, Seilrollen und Sicherungen ausgestattet und dann von den Trainern eingewiesen.

Danach haben sie etwa zweieinhalb Stunden Zeit, den Wald von oben zu erkunden. In ein bis zwei Meter Höhe geht es an Stahlseilen von Plattform zu Plattform, über Hängebrücken und schwankende Bohlen bis hin zu Tunneln und Rutschen. Je nach Alter gibt es insgesamt sechs Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

„Der Kletterwald ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen der Stadt und einer privaten Initiative”, meint Roland Jahn von den Grünen. Denn ein solches Angebot könne die Stadt allein nicht bieten.

Und Kletterliebhabern wie Katrin Wallraff bietet der Parcours ganz neue Möglichkeiten. Die Lehramtsstudentin hat Spaß daran, mit Kindern zu arbeiten und ihnen bei ihren ersten Kletterversuchen unter die Arme zu greifen. Sie hilft ihnen dabei, „ihren inneren Schweinehund zu überwinden” und Vertrauen in das Material und in sich selbst zu fassen. „Das ist eine unvergleichliche Erfahrung für die jeden”, meint sie.

Davon ist auch Stefan Küpper überzeugt. Der Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann freut sich ganz besonders über die neuen Nachbarn. „Wir sind riesig froh, so ein erlebnispädagogisches Angebot in unmittelbarer Nähe zu haben”, sagt er. Denn gerade für die Kinder seiner Einrichtung sei eine solche Klettertour eine wertvolle Erfahrung. „Hier können sie lernen, Vertrauen in andere zu fassen und sich selbst etwas zuzutrauen”, meint er.

Als er davon hörte, dass ein Grundstück für den Kletterpark gesucht wurde, habe er deshalb gleich die Hand gehoben und gesagt: „Wir haben hier einen tollen Wald.”

Von dem Standort im Preuswald sind auch Stephan Hilgers und seine Ehefrau Susanne begeistert. „Wir wollen die Leute in den Wald holen und ihnen dazu verhelfen, ihn einmal ganz anders zu erleben”, sagt Susanne Hilgers. Und während die Besucher sich durch Buchen und Eichen hangeln, finden sie vielleicht sogar Gelegenheit, das eine oder andere Reh zu Gesicht zu bekommen. Die nämlich hätten sich bislang entgegen aller Erwartungen noch nicht aus dem Staub gemacht, meint Susanne Hilgers.

Der Kletterwald am Unteren Backertsweg ist montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 10 bis 19 Uhr. In den Osterferien wird er täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein.
Der Eintritt kostet je nach Alter zwischen sieben Euro (Kinder von sieben bis acht Jahren) und 18 Euro (Erwachsene).

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