Aachen - Vierte Gesamtschule geht in die Offensive

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Vierte Gesamtschule geht in die Offensive

Von: Margot Gasper und Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Das altehrwürdige Schulgebäude der David-Hansemann-Realschule an der Sandkaulstraße 12: Die Realschule möchte hier nicht weg, die neue Gesamtschule braucht aber Platz. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nun geht die Gesamtschule in die Offensive. Die Schulgemeinschaft hat sich am Dienstag in einem offenen Brief an OB Marcel Philipp und die Ratsfraktionen gewandt. „Einzig sinnvolle Lösung“ ist aus Sicht der Schule ein Umzug der vierten Gesamtschule ins Schulgebäude Sandkaulstraße und der David-Hansemann-Realschule an die Eintrachtstraße.

Nur so könnten beide Schulen ihr Unterrichtskonzept beibehalten. Hanno Bennemann, Schulleiter der vierten Gesamtschule: „Wir haben ein anerkanntes pädagogisches Konzept. Das werden wir nicht aufgeben.“

Sollte die Realschule im Gebäude Sandkaul­straße 12 bleiben, dann müsste die wachsende Gesamtschule ab Sommer an zwei Standorten, getrennt durch die Sandkaulstraße, unterrichten. Die Gesamtschule arbeitet mit individuellen Unterrichtsformen. Die Schüler wechseln dafür häufiger die Räume. An zwei Standorten, so Bennemann, müssten Hunderte Fünft- bis Achtklässler teils mehrmals am Tag über die Straße.

Abgesehen von den Gefahren durch den Autoverkehr gehe auch wertvolle Lernzeit verloren. Zudem hätten zehn Prozent der Schüler einen besonderen Förderbedarf. Klipp und klar kündigt Bennemann an: „Solche wahnsinnigen Schülerströme werde ich als Schulleiter nicht zulassen.“ Und dann? Bennemann: „Schule könnte dann hier nicht mehr stattfinden.“

Die heftig umstrittene Standortfrage war am Dienstag auch Thema im Bürgerforum. Der Ratssaal war brechend voll, als Schuldezernentin Susanne Schwier die unterschiedlichen Alternativen vorstellte. „Beide Schulen wollen an dem Standort Sandkaulstraße bleiben. Wir werden eine Großbaustelle mit vielen Beeinträchtigungen haben. Da muss man zusammenrücken.“ Und dabei könne man auf pädagogische Konzepte keine Rücksicht nehmen.

Eine Aussage, an der sich vor allem die Eltern der 4. Gesamtschule rieben. Ob es überhaupt Sinn mache, die Standortfrage nur nach Räumen und Quadratmetern zu messen, wollte ein Vater wissen. Die 4. Gesamtschule sei ein Leuchtturmprojekt, dessen pädagogisches Konzept aus Raumnöten nicht einfach zurück gestellt werden könne, meinte eine Mutter.

Doch die Hansemann-Realschule kann sich nicht an den Gedanken eines Umzugs an die Eintrachtstraße gewöhnen. Da war von „Heimatverlust“ die Rede und davon, von einer Realschule im Herzen der Stadt zu einer Realschule in Aachen-Ost zu werden. Ein Schüler merkte an: „Wir möchten hier ja nur unseren Abschluss machen. Dann sind wir ja weg.“ Schließlich habe auch die Hansemann-Realschule ihre ganz eigenen pädagogischen Konzepte, auf die man inzwischen zum Teil schon verzichtet habe, erklärte ein Lehrer.

Dass beide Schulen die Räumlichkeiten in der Sandkaulstraße 12 und dem benachbarten Pavillon ein Jahr lang gemeinsam nutzen, ist dabei durchaus möglich. In aller Ausführlichkeit hatte Schuldezernentin Susanne Schwier dargelegt, wie das aussehen könnte. Und wies darauf hin, dass bei dem Umzug der David-Hansemann-Realschule an die Eintrachtstraße die Räumlichkeiten dort auch nicht ausreichen würden. Dann wäre eine Kooperation mit der Hugo-Junkers-Realschule erforderlich.

Im Anschluss konnten die Eltern ihre Fragen zu den unterschiedlichen Konzepten zu stellen. Erst gegen Ende der Inforunde begannen die Gemüter, sich zu erhitzen. Seine Kinder würden inzwischen von Schülern der David-Hansemann-Realschule beschimpft, meinte ein Vater aus den Reihen der 4. Gesamtschule.

Doch Diskussionen wollte das Bürgerforum nicht zulassen. Hier sollte die reine Information im Mittelpunkt stehen. Schuldezernentin Susanne Schwier verwies wiederholt darauf, dass es an diesem Abend weder um eine inhaltliche Bewertung der vorgetragenen Argumente, noch um die Bewertung der pädagogischen Konzepte beider Schulen gehen könne.

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