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Vier Tage lang dürfen Senioren wählen gehen

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das Ehepaar Scherberich hat am Dienstag zwei Wahlbenachrichtigungen bekommen. Die 78-jährige Marlene Scherberich und ihr Ehemann Kornel Scherberich (81) sind - wie alle Öcher, die mindestens 60 Jahre alt und spätestens einen Monat vor dem 15. November mit dem ersten Wohnsitz in Aachen gemeldet sind - aufgefordert, den Seniorenrat zu wählen.

Zwischen dem 12. und dem 15. November wird der Seniorenrat der Stadt Aachen neu gewählt. 75 Kandidaten bewerben sich in 13 Stadtbezirken um die 35 Ratssitze und wissen, dass sie in den nächsten fünf Jahren ehrenamtlich für ihre Altersgenossen in den Stadtbezirken und auf gesamtstädtischer Ebene arbeiten werden.

Vier Wahltage sind angesetzt, zwischen dem 12. und dem 15. November dürfen die Aachener Senioren abstimmen. Dabei ist die Staatsangehörigkeit unerheblich. Also dürfen sich auch die Senioren, die keine Deutschen oder EU-Bürger sind, an die Wahlurnen begeben. Die Seniorenratswahl ist eine Briefwahl. Allerdings, die Wahlunterlagen werden nicht portofrei von der Deutschen Post transportiert. Auf den Rückumschlag muss schon eine 55-Cent-Briefmarke geklebt werden.

„Der Wähler haben jedoch die Möglichkeit, in barrierefreien Einrichtungen seines Stadtbezirks den Umschlag abzugeben. Auch Kinder oder Enkel können für die Oma oder den Opa an den 29 Abgabestellen Wahlzettel abgeben”, erklärt Simone Krauß von der federführenden „Leitstelle für Älterwerden in Aachen”, die im Hochhaus am Bahnhof untergebracht ist, und die sich um die stetig wachsende Zahl der älteren Öcher kümmert. „Das ist ja gut und schön, wenn wir auch den Seniorenrat wählen dürfen”, meint Marlene Scherberich. „Aber was tut der Seniorenrat eigentlich?”, fragt sie und fügt hinzu: „Hat der denn überhaupt Einfluss?”

Helmut Bücken, Teamleiter der Leitstelle, nickt: „Ja sicher, hat der Seniorenrat Einfluss.” In der Vergangenheit habe das Gremium bewiesen, dass seine Mitglieder sich nicht umsonst für die älteren und alten Bürger eingesetzt haben. Ob es sich um Fahrgastunterstände handelte, um eine Parkbank oder um rolatorfreundliche Gehwege, „die Verwaltung und auch die Bezirksvertretungen und der Stadtrat hören auf die Vertreter der Senioren”, weiß Bücken. Schließlich sollen die Mitglieder des Seniorenrates auch an den Ratsausschusssitzungen teilnehmen. Dort haben sie Rederecht, allerdings wird ihnen das Stimmrecht vorenthalten.

„Was die Seniorenratsmitglieder auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie ihre Viertel kennen, dass sie von den dort herrschenden Problemen wissen und auch die Wege kennen, die zu schnelleren Lösungen führen”, erklärt Simone Krauß. „Jetzt wird bald der Ferberpark beleuchtet, dann können in der dunklen Jahreszeit dort auch Senioren spazieren. Das ist auf eine Initiative des Seniorenrates zurückzuführen”, sagt Helmut Bücken.

Helmut Bücken und Simone Krauß hoffen jetzt, dass die Wahlbeteiligung von 22 Prozent, die vor fünf Jahren erreicht wurde, weit übertroffen wird. „Immerhin bieten wir in Aachen eine Urwahl an. Hier wird der Seniorenrat nicht einfach bestimmt, wie in anderen Städten”, erklärt Bücken.

29 Abgabestellen für 13 Wahlbezirke

29 Abgabestellen sind für die 13 Wahlbezirke vorgesehen. Die Wahlzettel werden an folgenden Orten entgegengenommen.

Hochhaus, Hackländerstraße 1; Seniorencafé Jungbrunnen, Lombardenstraße 41; Sparkasse am Elisenbrunnen, Seniorenheim Lindenplatz; Haus Hörn, Johann-v.-d.-Driesch-Weg 4, Sparkasse Pontstraße 91; Sparkasse Adalbertsteinweg 232; Stadtteilbüro, Reichsweg 19; Begegnungsstätte St. Hubertus, Kronenberg 127; Sparkasse Schurzelter Straße 566; Stadtteilbüro Reimser Straße 76; Haus des Gastes, Burtscheider Markt 18; Burtscheider Stube, Bayernallee 3; Lourdesheim, I.-Rote-Haag-Weg 34; Forster Seniorenberatung, Am Kupferofen 19; Sparkasse Königsberger Straße 9; Sparkasse Trierer Straße 288.

Seniorenzenturn St. Severin, Kirchfeldstraße 34; Seniorenzentrum Rothe Erde, Barbarastraße 17; Bezirksamt Haaren, Alt-Haarener Straße 139; Sparkasse Verlautenheidener Straße 98; Bezirksamt Laurensberg, Roermonder Straße 12; Altenheim St. Raphael, Strüverweg 3a; Bezirksamt Brand, Paul-Küpper-Platz 1; Sparkasse Niederforstbacher Straße 39; Sparkasse Trierer Straße 815; Bezirksamt Kornelimünster/Walheim, Schulberg 20 und Sparkasse Prämienstraße 44.
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