Aachen - Vielleicht bringt eine Tasse Kaffee die Lösung

WirHier Freisteller

Vielleicht bringt eine Tasse Kaffee die Lösung

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:
37 hochwertige Eigentums- und
37 hochwertige Eigentums- und Penthouswohnungen im oberen Preissegment entstehen bis Mai 2013 auf dem Gelände des ehemaligen Foto: Harald Krömer

Aachen. „Da hört man die Vögel zwitschern und ist von allen städtischen Geräuschen abgeschnitten.” So schwärmt der Investor von der luxuriösen Stadtresidenz, die nach einem Umbau des „Gregorius-Hauses” in der Weyhestraße entstehen soll. Amsel, Drossel, Fink und Star mögen sich noch so ins Zeug legen, derzeit wird der Gesang der Vogelschar übertönt vom juristischen Krach.

Auch die Politik ist mit der Top-Wohnimmobilie am Fuße des Lousbergs beschäftigt. Die geplante Luxus-Residenz „Redarius Quartier” mit 37 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 51 Stellplätzen, einen Steinwurf vom Ponttor entfernt, sorgt für Ärger und Unruhe bei den angrenzenden Anwohnern.

Eine Interessengemeinschaft rund um die Ludwigsallee hat jetzt das Ratsgremium Bürgerforum um Hilfe angerufen. Das Forum erörterte den Fall auch, was ein wenig heikel war, da wegen der von der Stadt erteilten Baugenehmigung ein juristisches Hauptverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster noch aussteht und die Politiker somit mehr oder weniger in ein „schwebendes Verfahren” eingriffen.

Die aufgebrachten Anwohner „lehnen die überdimensionierten Planungen kategorisch ab”. Sie befürchten eine Verschärfung der Verkehrs- sowie der ohnehin prekären Parkplatzsituation. Auch erzürnt sie das vom Umweltamt genehmigte Fällen einer mehr als 60 Jahre alten Zeder, die dem Bau einer Tiefgarage geopfert werden soll. Für den alten Baum müsste der Bauherr eine Ausgleichszahlung von 20.000 Euro leisten, erklärte die Verwaltung.

„Die monströse Bauplanung bedeutet eine tiefgreifende Veränderung der Wohnsituation für die unmittelbaren Nachbarn des Gregorius-Hauses und das komplette Lousbergviertel”, heißt es in einem Schreiben von IG-Sprecherin Renate Hoffmann an das Bürgerforum.

„Ein kritisch beobachtender Blick auf die weitere Entwicklung ist dringend angezeigt”, empfehlen die Anwohner. Der Investor versuche, so Renate Hoffmann im Bürgerforum, „mit allen Mitteln Dinge zu bauen, die nicht genehmigt” seien.

„Schlichtweg eine Lüge”

Der anwesende Projektleiter Christoph Irmscher reagierte „entsetzt” auf diesen Vorwurf. Auch Behauptungen, der Investor versuche „in vielen, vielen Anrufen” (Hoffmann) weitere Nachbargrundstücke zu kaufen, seien „schlichtweg eine Lüge”. Gleichwohl versicherte er, noch selbigen Tages würden großflächige Plakate entfernt, die Käufern die Residenz in einer Fotomontage zeige, die die Verwaltung im Bürgerforum als eine „der Vermarktung dienende Zielvorstellung des Bauherrn” bezeichnete und dazu erklärte: „Die dargestellten Perspektiven sind teilweise nicht identisch mit der erteilten Baugenehmigung.” Ralf Demmer (CDU): „Schnell entfernen, eine Irreführung von Interessenten.”

Erklärungen, die zweifelsohne den Argwohn der Anwohner über ihrer Meinung nach weitergehende Pläne des Bauherrn nicht gerade besänftigen konnten. Michael Servos (SPD) wunderte sich ebenfalls über eine Werbebroschüre des Investors, die Wohnungen zeige, „die so nicht genehmigt sind”. Um die Situation zu bereinigen, sollten Anwohner und Investor „miteinander einmal eine Tasse Kaffee trinken”. Auch Bürgerforum-Vorsitzender Karl Schultheis empfahl eine Gesprächsrunde Anwohner-Investor. Schultheis versicherte, die Politik werde sich mit der Verkehrsproblematik im Lousbergviertel „intensiv auseinandersetzen”.

Die Interessengemeinschaft hat eine große Aachener Anwaltskanzlei mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt. Debattiert wurde auch über vorliegende oder nicht vorliegende Boden-Gutachten beziehungsweise Baugrund-Gutachten. Für die IG kündigte Renate Hoffmann an, ein Beweissicherungsverfahren einzuleiten, für den Fall „dass an unseren Häusern etwas passiert”. Renate Hoffmann: „Ausgestanden ist die Sache noch nicht.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert