Viele Vierbeiner erhalten den Segen

Von: Nadine Preller
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Viel los war am Wochenende auf dem Hebscheider Hof in Lichtenbusch: Neben Ritterspielen wurde auch der Tiertag abgehalten - eine gelungene Symbiose aus Mensch und Tier. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Knapp 500 wilde Katzen leben nach Einschätzung von Manuela Pabich in Aachen und Umgebung, viele davon sind krank, unterernährt und zum Tode verurteilt. Ein Zustand, der für die Tierschützerin untragbar ist.

„Durch einfache Kastration der Hauskatzen ließe sich die unkontrollierte Vermehrung der Wilden verhindern”, fordert Pabich mit ihrer Arbeit bei der Katzenhilfe Aachen. Nur eine von drei Organisationen, die am Tiertag auf Gut Hebscheid am Wochenende auf den Tierschutz in Aachen aufmerksam machten.

Zwischen Schwertern und Kettenhemden des gleichzeitig stattfindenden Rittertages hatte auch Romy Liessen vom Bundesverband der Tierversuchsgegner ihren Stand aufgebaut. Wildtierhaltung im Zirkus und Massentierhaltung sind Themen, die ihr besonders am Herzen liegen.

Mit letzterem dürfte sie zumindest auf Gut Hebscheid kein Problem haben. Der angeschlossenen Biobauernhof verkauft direkt vor Ort eigenes Gemüse und Obst, während Schweine, Schafe und Hühner munter um das Gelände trollen und den Auslauf auf den weiten Wiesen genießen. „Seit Jahren bringt es keiner mehr übers Herz, sie zu schlachten”, lacht Veranstalterin Barbara Plessmann.

So leben die Tiere weiter zufrieden vor sich hin, geliebt von den Mitarbeitern des Hofs. Viele von ihnen sind schwerstbehindert. „Gut Hebscheid ist ein Integrationsunternehmen”, erklärt Plessmann. „Über Wabe und Via stellen wir viele Menschen mit Behinderungen oder solche mit Vermittlungsproblemen ein.” Auch hierauf wolle man an diesem Tage aufmerksam machen.

Sozialer Ausgleich

Jürgen Linden ließ es sich nicht nehmen, einen seiner letzten Amtsbesuche dem Tiertag abzustatten. Via-Geschäftsführer Alois Poquett begrüßte den Oberbürgermeister freudig und dankte ihm ausdrücklich für die Unterstützung der Arbeit von Wabe und Via. Auch Linden unterstrich seine Anerkennung und seinen Respekt für die integrative Arbeit am Hof.

„Es werden Milliarden in kaputte Finanzsysteme gesteckt, für die wir alle fast 80 Jahre haften müssen”, äußert er sich empört und fordert gleichzeitig: „Bitte pumpt auch in gemeinnützige Systeme. Der soziale Ausgleich muss bewahrt werden.” Linden versicherte, auch nach seiner Amtszeit weiterhin die Arbeit von Wabe und Via begleiten zu wollen. Ein Lächeln erschien auf den Gesichtern der engagierten Gäste und Gastgeber.

Und selbst die Vierbeiner erhielten am Ende einer Messe im Freien von Pfarrer Martin Großmann noch den Tiersegen. Wenn das nicht Integration bedeutet.

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