Aachen - Viele Straßen werden Flickwerk bleiben

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Viele Straßen werden Flickwerk bleiben

Von: Heiner Hautermans
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Wurde bisher nur notdürftig repariert: die Ecke Breslauer/Dresdener Straße. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wir haben zwei harte Winter gehabt und müssen versuchen, das Beste daraus zu machen”, stimmte Peter Maier die Mitglieder des Betriebsausschusses für den Stadtbetrieb in der gestrigen Sitzung darauf ein, dass der Zustand der Aachener Straßen derzeit ziemlich unbefriedigend ist und sich in absehbarer Zeit daran auch nicht viel ändern wird - es mangelt einfach am nötigen Kleingeld.

Es stelle sich die Frage, die kaputten Fahrbahnen flächendeckend zu flicken, aber das ersetze nicht den Neubaufbau der Straßen, meinte der stellvertretende Leiter des Stadtbetriebs weiter: „Wir sollten nicht druntergucken. Das ist nur eine Rettung auf Zeit.”

Gerade mal 230.000 Euro stehen nämlich für die Aufträge an Fremdfirmen, die diese großflächigen Reparaturmaßnahmen ausführen, zur Verfügung, ergänzte Abteilungsleiterin Gisela Weiß. Der Großteil des Jahresbudgets von 1,4 Millionen Euro geht nämlich schon für die Unterhaltung von Straßen und Brücken, für die Beseitigung von Ölspuren oder die Reparatur von Leitplanken drauf. Das führt dann dazu, dass es schon einen Kraftakt darstelle, im Bereich der Kanalbaustelle auf der Karl-Marx-Allee die gesamte, ziemlich lädierte Fahrbahn zu erneuern und nicht nur den im Auftrag der Stawag aufgerissenen Bereich.

Anderes Beispiel Lütticher Straße: Mit der Neuanlage sollte eigentlich schon lange begonnen worden sein, doch weil die Zuschüsse nicht fließen, wurde der Baubeginn immer wieder verzögert. Nach neuestem Stand soll er aber jetzt 2013 erfolgen, allerdings nur im Abschnitt Schanz bis Limburger Straße. Alle zwei Jahre soll dann ein weiteres Stückchen gemacht werden.

Der besonders schlechte Bereich zwischen den Ringen kommt folglich erst in sechs bis sieben Jahren dran, solange wird immer wieder nur das Notdürftigste getan. Ganz abgesehen von Wohn- und Anliegerstraßen, die Flickwerk bleiben müssten. Weiß: „Wir müssen Schwerpunkte setzen.”

Seit November haben die Leute vom Stadtbetrieb rund 1700 Flick-Einsätze absolviert, etwa 18 am Tag, dabei wurden 260 Tonnen Asphalt verbaut. Besonders betroffen waren die Ausfallstraßen wie Trierer Straße oder Roermonder Straße, vor allem aber die Heinrichsallee. Der im Winter verwendete Kaltasphalt sei nur ein Notstopfen, die im Frühjahr und Sommer aufzubringenden größeren Flicken hielten im Schnitt fünf bis sieben Jahre. Durchschnittlich soll eine Straße 60 Jahre lang halten, aber strenge Winter und Doppelgelenkbusse sorgen an vielen Stellen dafür, dass die Restlaufzeit verringert wird.

Dennoch erhielten die Mannen des Stadtbetriebs viel Lob, nicht nur für das Löcherflicken, sondern auch für den Winterdienst, der im Großen und Ganzen doch zufriedenstellend geleistet worden sei. Der starke und langanhaltende Schneefall habe zu erhöhtem Personal- und Materialaufwand geführt, insgesamt seien 868.000 Euro angefallen, teilte Abteilungsleiter Dieter Lennartz mit.

Info-Broschüre

Dennoch gebe es einige Knackpunkte. So wird die Möglichkeit geprüft, mehr Drittfirmen zum Schneeräumen einzusetzen und Flächen für deren Abladen auszuweisen. Auch könnten vorübergehend Einbahnstraßen eingerichtet werden und sollen die Bürger über ihre Rechte und Pflichten bei der Schneebeseitigung durch eine Broschüre besser informiert werden.
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