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Viele Schüler nutzen die „Startbahn“ des Sozialwerks

Von: Martina Stöhr
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Die beiden Schüler der Förderschule am Rödgerbach versuchen sich auf dem Berufsparcours des Sozialwerks Aachener Christen als Elektriker. Der Parcours gehört zum Projekt „Startbahn“, mit dem jungen Menschen eine berufliche Orientierung erleichtert werden soll. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Überweisungen ausfüllen, Hemden bügeln, Gewürze am Geruch erkennen oder eine Mauer hochziehen: Die Schüler der zehnten Klasse der Schule am Rödgerbach haben jetzt die Gelegenheit bekommen, beim Berufsparcours des Sozialwerks der Aachener Christen festzustellen, welche Berufsrichtung ihnen liegt.

Und so tüftelt Kevin Kacinski mit seinem Freund an ein paar Kabeln herum. Schließlich gelingt es den beiden, die Lampe zum Leuchten zu bringen. „Das hat Spaß gemacht“, meint Kevin. Elektriker will er aber trotzdem nicht werden. Sein Berufswunsch ist Dachdecker.

Der Berufsparcours ist nur ein Baustein des Projektes „Startbahn“, mit dem das Sozialwerk Aachener Christen junge Menschen bei der Berufsorientierung unterstützt. Dabei werden vor allem bildungsbenachteiligte und gering qualifizierte Jugendliche in den Blick genommen. Laut Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp vom Sozialwerk baut das Projekt auf eine enge Zusammenarbeit mit Berufskollegs, Förderschulen und dem Jobcenter. Und möglich sei es erst dank der großzügigen Unterstützung der Sparkasse Aachen. Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers bekam jetzt Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von dem Projekt zu machen. Er beobachtete, wie die Schüler an den unterschiedlichen Stationen des Berufsparcours arbeiteten. „Ich halte die Arbeit des Sozialwerks für höchst unterstützenswert“, sagte er. Gerade die Menschen am Rande der Gesellschaft liefen sonst Gefahr, ohne Hilfe abzugleiten.

Die Erfolgsbilanz der Aachener Christen ist nicht schlecht: 60 Prozent der Schüler der Berufskollegs, die zunächst orientierungslos waren, können vermittelt werden. Und bei den Förderschülern bleibe keiner ohne Anschlussmaßnahme.

Die Schüler der Schule Am Rödgerbach jedenfalls zeigen sich hoch motiviert. Der 16-jährige Marcel Laufs sortiert mit einer Engelsgeduld Suppendosen nach Verfallsdatum und simuliert so eine Inventur. In den Einzelhandel will er dennoch nicht gehen. „Ich möchte gerne draußen arbeiten“, sagt er. „Als Gärtner vielleicht“, fügt er hinzu. Die Förderschüler wissen oft sehr genau, was sie wollen. „Allerdings stimmen ihre Wünsche nicht immer mit ihren Möglichkeiten überein“, sagt Regine Wrase vom Projekt „Startbahn“. Dann sei es ihre Aufgabe, gemeinsam mit den Schülern nach realistischen Zielen zu suchen.

Die Schüler des Berufskollegs seien dagegen zum Teil eher unmotiviert und unentschlossen. „Viele bewerben sich an den Berufskollegs, ohne zu wissen, was auf sie zukommt“, sagt Leonhard Höfert, Bereichsleiter beim Sozialwerk Aachener Christen. „Irgendwann stellen sie dann fest, dass es die falsche Entscheidung war. Im schlimmsten Fall brechen sie die Schule dann ohne Alternative ab“, fährt er fort. Laut Walter Eßer, Vorstand des Sozialwerks Aachener Christen, sind die Mitarbeiter des Sozialwerks aber so gut ausgebildet, dass sie eigentlich fast in jedem Fall eine Lösung finden.

Rund 300 Schüler nutzen das Projekt „Startbahn“ pro Jahr. Ein Großteil von ihnen kann laut Sozialwerk vermittelt werden.

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