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Viele Grundschulklassen werden kleiner

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Ein Gebäude, zwei Eingänge und – noch – zwei Schulen: In der Mataréstraße wachsen die beiden Grundschulen zu einer Montessori-Schule zusammen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Einige Grundschulen sollen schrumpfen, andere sollen wachsen. Eine Grundschule aber soll es künftig gar nicht mehr geben. Die Schulverwaltung schlägt vor, die Katholische Grundschule (KGS) Barba­rastraße, die derzeit noch als Teilstandort der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Brühlstraße in Betrieb ist, ab Sommer 2014 ganz aufzugeben. Die Schließung gehört zu einem ganzen Bündel an Vorschlägen zur Schulentwicklung im Primarbereich.

300 Seiten stark ist der Entwurf des Schulentwicklungsplans 2014 bis 2018 für die 39 städtischen Grundschulen, nächste Woche geht er in die politische Diskussion. Stadtdirektor Wolfgang Rombey, Fachbereichsleiterin Elke Münich sowie Ingeborg Jansen und Bernd Schröder vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule stellten die Eckpunkte am Freitag vor.

Leichtfertig schlage man die Schließung des Standorts Barba­rastraße nicht vor, betonte Rombey. „Das tut richtig weh, Rothe Erde verliert damit seine Schule.“ Aber fürs nächste Schuljahr gibt es nur noch zehn Anmeldungen. Das reicht nicht einmal mehr für den Erhalt als Teilstandort.

Auch Horbach ist ein Problemfall. Die ebenfalls einzügige Grundschule erreicht schon jetzt nicht mehr die gesetzlich vorgeschriebene Mindestgröße von 92 Schülern. Tendenz: weiter sinkend. Die KGS Horbach soll deshalb nach dem Planentwurf zwar überleben, ab 2014 allerdings als „Ableger“ der Gemeinschaftsgrundschule Richterich arbeiten. Stabil einzügig steht in der Prognose die KGS Bildchen im Preuswald da.

Mataréstraße wächst zusammen

Veränderungen gibt es auch an der Mataréstraße. Die einzügige katholische Grundschule wird offiziell auslaufend geschlossen, sie geht aber auf in der Montessori-Grundschule im selben Gebäude. „Beide Schulen haben sich bereits auf den Weg gemacht, um zu einer Schule zusammenzuwachsen“, stellte Elke Münich sehr erfreut fest. Aus zwei zweizügigen Grundschulen soll nach den Vorstellungen der Verwaltung eine dreizügige Montessori-Schule werden.

Das Montessori-Angebot an der Mataré­straße wächst also – und nicht nur dort. Die bisher einzügige Montessori-Schule in Eilendorf, so schlägt die Verwaltung vor, soll eine zweite Klasse bekommen. Und an der Reumont­straße soll die Montessori-Pädagogik auch auf den benachbarten katholischen Teilstandort übertragen werden. Unter dem Strich erhält Aachen damit drei neue Montessori-Klassen im Primarbereich. Eltern kämpfen seit langem für ein breiteres Montessori-Angebot.

Der Schülerrückgang macht sich in Aachen längst bemerkbar. 2003 gab es fast 9000 Grundschüler, aktuell sind es noch rund 7500, für 2018 werden knapp 7200 prognostiziert. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, die Zahl der Klassen pro Jahrgang abzubauen. Kleiner werden sollen die evangelische Annaschule, ferner die Grundschulen Auf der Hörn, Driescher Hof, Brühlstraße, am Haarbach und die Brander Marktschule.

Das NRW-Schulgesetz macht der Stadt als Schulträger neue Vorgaben, es ermöglicht aber auch neue Freiheiten. So schreibt der Gesetzgeber den Kommunen vor, wie viele Eingangsklassen sie allerhöchstens bilden dürfen. Diese Klassenrichtzahl richtet sich nach der Anzahl der Grundschüler. „Die Verteilung der Klassen ist wiederum unsere Sache“, erläutert Elke Münich. „Unser Ziel sind möglichst zweizügige, stabile und wohnortnahe Grundschulen.“

Künftig mehr Absagen?

Die gute Nachricht für Kinder, Lehrer und Eltern: Viele Klassen werden künftig kleiner. Das Schulgesetz sieht keine Klassen mit mehr als 29 Kindern vor. „Klassen mit 30 und mehr Kindern dürfte es nicht mehr geben“, kündigt Rombey an. Die Stadt darf die Klassenfrequenz sogar weiter senken: etwa wenn behinderte Kinder im Gemeinsamen Unterricht (GU) betreut werden oder wenn die Schule in einem sozialen Brennpunkt arbeitet.

„Für GU-Schulen soll die Klassenfrequenz bei 24 Kindern liegen“, erläutert der Schuldezernent. Für Brennpunkt-Schulen sind 25 Kinder pro Klasse vorgesehen. Und bei GU-Schulen im Brennpunkt kann die Klassengröße – in den GU-Klassen – sogar auf 23 sinken. Die Verwaltung schlägt vor, an 15 Grundschulen die Zahl der Erstklässler nach diesen Kriterien zu begrenzen.

Allerdings schrumpfen dadurch auch die Aufnahmekapazitäten der Schulen. „Die Schulen werden verstärkt Kinder abweisen müssen“, erwartet Rombey. Auch deshalb ist der neue Schulentwicklungsplan erstmals sozialräumlich organisiert: Schulen in einem Stadtviertel werden auch im Verhältnis zueinander betrachtet.

Werden an der Barbarastraße ab Sommer 2014 keine Schüler mehr aufgenommen, dann kann das Gebäude irgendwann anders genutzt werden. Vielleicht sei dort künftig U3-Betreuung möglich, überlegt Wolfgang Rombey bereits. „Da müssen wir noch mal hinsehen.“

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