Viel Witz und Würze in fiktiver Dunkelheit

Von: Grit Schorn
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Famose Einblicke in die menschliche Natur: Die gibt Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“, die ab Dienstag im Aachener Grenzlandtheater zu sehen ist. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Uraufführung von Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ fand 1965 in Chichester statt – im gleichen Jahr wurde der britische Autor von der Queen geadelt. Ob beide Ereignisse zusammenhängen, wissen wir nicht. Doch eines steht fest: Im Theaterbetrieb gilt der Grundsatz „Das Schwere ist leicht, das Leichte ist schwer“.

 Theaterintendant Uwe Brandt weiß genau, wie groß die Herausforderung bei einem „leichten, witzigen Stück“ sein kann. Was ihn aber nicht hinderte, den fast 50 Jahre alten Theaterspaß kräftig zu entstauben und wieder zum Glänzen zu bringen.

Brandt hat den Hamburger Regisseur Harald Weiler nach Aachen geholt, der jetzt erstmals am Grenzlandtheater inszeniert. Weiler hat auch als Schauspieler gearbeitet – und Autor Peter Shaffer, der mit „Amadeus“ weltberühmt wurde, war früher als Theaterkritiker tätig. Shaffers „schwarze Komödie“ (vormals deutscher Titel) wurde angeregt durch die Pekinger Nationaloper, die ihren Schwertkampf in fiktive Dunkelheit taucht. Dieser Trick gibt auch Shaffers Stück Witz und Würze. Die kleine Kostprobe auf der elegant ausgestatteten Bühne zeigt das junge Paar Carol und Brindsley, das vom verreisten Nachbarn wertvolle Möbelstücke „ausgeborgt“ hat. Der wenig erfolgreiche Künstler Brindsley erwartet in seiner Atelierwohnung einen bekannten Mäzen, von dem er sich viel erhofft. Doch statt des Kunstsammlers kommt die völlige Finsternis.

Ein Kurzschluss verändert alles. Aber die Dunkelheit ist wie in der Pekinger Nationaloper fiktiv – die Mimen tappen wie blind umher, stoßen sich und Mobiliar um, verrennen sich buchstäblich und stranden in unglaublichen Situationen. Die Bühne bleibt für die Zuschauer im hellen Licht, was ja viel Amüsement und Boshaftigkeit wecken kann. Zum Beispiel wenn Miss Furnival aus dem Oberstock hereinschneit oder der von Brindsley gefürchtete Colonel Melkett auftritt. Der Snob Melkett ist Brindsleys künftiger Schwiegervater und will sogleich das Regiment ergreifen. Und dann taucht auch noch Brindsleys frühere „Flamme“ Clea auf…

Weit mehr als ein effektvoller Schwank, bietet das Stück nicht nur tolle Rollen für gute Schauspieler, sondern auch famose Einblicke in die menschliche Natur. Inklusive viele Überraschungen mit acht Akteuren, darunter auch ein häufiger Gast im Grenzlandtheater, Peter Anders, der den strengen Colonel verkörpert. 80 erhellende Minuten erwarten das Publikum, pausenlos natürlich.

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