VHS setzt verstärkt auf Drittmittel

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Trotz angespannter Kassenlage blickt Werner Niepenberg, Leiter der Volkshochschule (VHS) Aachen, relativ zuversichtlich in die Zukunft. Er weiß vor allem die breite politische Unterstützung zu schätzen, auf die seine Einrichtung auch in schwierigen Zeiten zählen könne.

Während in anderen Städten zuweilen Panik und Hektik ausbreche, stellt er in Aachen eine „Allianz der besonnenen Reaktionen” fest.

Die kann er gut gebrauchen, denn inzwischen sind die Rücklagen der VHS aufgebraucht. Für das laufende Wirtschaftsjahr erwartet Niepenberg bei einem Gesamtbudget von knapp 10,3 Millionen Euro kein weiteres Defizit - vorausgesetzt, dass alles nach Plan läuft und „sich die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht weiter negativ verändern”.

„Der Wert des Angebots wird anerkannt”, hat Niepenberg im Betriebsausschuss für die VHS feststellen können. Alle Politiker signalisierten, den Leistungskatalog möglichst halten zu wollen.

Dies betrifft nicht zuletzt auch die Schulabschlüsse und die Förderung der Berufsfähigkeit für junge Leute. Doch gerade in diesem Bereich tun sich aktuell Probleme auf. Aufgrund neuer Richtlinien werden die Fördermittel der Argen für solche Lehrgänge zurückgefahren, was nicht nur vielen freien Trägern, sondern auch der VHS zu schaffen macht.

Gefährdet werde dadurch ein „hoch erfolgreiches” Angebot, sagt Niepenberg. Immerhin 75 bis 80 Prozent aller Teilnehmer hätten am Ende einen Schulabschluss, das sei bundesweit vorbildlich.

Um das Angebot aufrecht erhalten zu können, sei man „in guten Gesprächen” mit der örtlichen Arge, betont er. Ob sie sich auch auszahlen, ist jedoch ungewiss. Die „Risikosumme” betrage rund 200.000 Euro, so Niepenberg.

Derartige Risiken begleiten seine Arbeit auch an anderer Stelle. So seien auch die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds rückläufig. Zwar versuche die VHS auf allen Ebenen intensiv Drittmittel einzuwerben, verbindlich einplanen lassen sie sich jedoch nicht.

Durch neue Programmangebote versuche man auch die Einnahmen aus Teilnehmerentgelten zu erhöhen, schwer einzuschätzen sei aber, wieviel Geld die Menschen in Krisenzeiten noch in die Weiterbildung investieren wollen und können.

Die Stadt unterstützt die VHS in diesem Jahr mit knapp vier Millionen Euro. Unklarheit besteht noch darüber, ob Tariferhöhungen von der Stadt übernommen oder von der VHS aufgefangen werden müssen. Da geht es der Weiterbildungseinrichtung nicht anders als dem städtischen Theater. Aber Niepenberg setzt auch in diesem Fall auf die Unterstützung der Politiker.
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