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VHS: Erträge brechen weg

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Unter dem Strich sind die Zahlen zwar noch nicht rot, aber sie künden von einer unseligen Tendenz: Der Volkshochschule (VHS) Aachen brechen die Erträge weg. Sie lägen um mehr als 15 Prozent unter den erwarteten Summen, berichtete VHS-Leiter Werner Niepenberg am Donnerstag dem zuständigen Betriebsausschuss in einem Zwischenbericht.

Gerade bei den Drittmitteln fließt weniger in die Kasse, als die Planer kalkuliert hatten. Die seien an „Zahl und Umfang von Projekte und Auftragsmaßnahmen gekoppelt”, wird in der Verwaltungsvorlage erklärt.

So blieben etwa Zuschüsse der EU aus, weil das damit verbundene Projekt nicht zustande kam. Neben Bundesmitteln fehlen vor allem Gelder der Arge. Knappe 50.000 Euro seien von dort bisher gekommen, berichteten VHS-Vertreter im Betriebsausschuss, 225.000 Euro habe man bis zum jetzigen Zeitpunkt aber eingeplant.

An Besserung mag Niepenberg nicht glauben. Er stehe in engem Kontakt zur Arge, erklärte er den Kommunalpolitikern. Dort gehe man davon aus, dass die zur Verfügung stehenden Mittel um rund ein Drittel sinken würden. Viel zu machen sei da nicht, die meisten Dinge seien vertraglich festgelegt.

„Es gibt wenig Spielraum”, so Niepenberg, „aber der muss genutzt werden.” So setzt der VHS-Chef etwa auf ein Programm mit dem Titel „Fit für Arbeit und Beruf”, das er mit den Verantwortlichen bei der Arge der Städteregion Aachen noch einmal bereden will.

Für Niepenberg zählen diese Einbrüche zu den „Risiken, die nicht vorhersehbar waren”. Darauf reagieren kann die Volkshochschule mit Sparmaßnahmen, aber auch dabei seien die Möglichkeiten begrenzt. Niepenberg hat erstmal eine Haushaltssperre verhängt. Nun werden selbst Ausgaben wie neue Druckerpatronen genauer überprüft.

Allerdings gelte die Regelung nicht für bestehende Verträge mit Dozenten. Die Möglichkeit, Verträge nicht zu verlängern, sei eines der wenigen Steuerungsinstrumente. Beim festen Personalstamm sei eher wenig zu machen, wenn betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen bleiben sollten.

„Kurse zurückfahren”

Und das Kursangebot kräftig zu beschneiden, hält der VHS-Leiter ebenfalls für kontraproduktiv. Viele Kurse rechneten sich wirtschaftlich. Aber im Bereich der Schulabschlüsse und Alphabetisierungsmaßnahmen bleibe es eben ein Zuschuss-Geschäft. Und wenn diese Zuschüsse von EU, Bund oder Arge nicht fließen, werde es eben schwierig. „Wir werden da Kurse zurückfahren müssen”, meint Niepenberg.

Dabei sieht es unter dem Strich bislang noch gut aus: Den gesunkenen Einnahmen stehen noch mehr gesunkene Ausgaben gegenüber. „Wir haben rund 500.000 Euro weniger Erträge”, so Niepenberg, „aber wir geben 700.000 Euro weniger aus.”
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