Aachen - Vertragsverlängerung von Schmitz-Aufterbeck: Rat sauer auf Kulturdezernentin

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Vertragsverlängerung von Schmitz-Aufterbeck: Rat sauer auf Kulturdezernentin

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Michael Schmitz-Aufterbeck bleibt bis 2023 Generalintendant in Aachen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Umstände der Vertragsverlängerung von Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck haben zu erheblichen Verstimmungen zwischen den Aachener Ratsvertretern und der Kulturdezernentin Susanne Schwier geführt. Sauer sind die Politiker insbesondere darüber, dass sie im nichtöffentlichen Teil der Sitzung am Mittwoch vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind und letztlich nichts mehr zu entscheiden hatten.

So ist im Prinzip schon seit Februar klar, dass Schmitz-Aufterbeck die Geschicke des Theater Aachen noch bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 lenken wird und sein Vertrag damit um weitere drei Jahre verlängert wird.

Darauf haben sich Schwier und Schmitz-Aufterbeck schon vor Monaten verständigt, die sich dabei auf einen Passus im Dienstvertrag beziehen konnten, der eine vorzeitige Vertragsverlängerung für den Fall vorsah, dass sich keiner der beiden Vertragspartner bis zum 1. Februar 2018 ausdrücklich dagegen ausspricht.

Schmitz-Aufterbeck soll damals frühzeitig signalisiert haben, dass er gerne bis 2023 in Aachen weiterarbeiten würde. Schwier soll dann weitgehend im Alleingang entschieden haben – ohne die Zustimmung des Rates einzuholen, wie es bei solchen Top-Personalien üblicherweise erforderlich ist.

Dies wurde nun am vergangenen Mittwoch rein formal nachgeholt. Der gesamten Opposition von Grünen, Linken, FDP und Piraten erschien dies allerdings als Farce, was sie denn auch mit ihrer Stimm­enthaltung deutlich machten. So kam es, dass der Vertragsverlängerung nun einzig die beiden Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD zugestimmt haben, wobei auch in ihren Reihen der Unmut über die fehlende Einbindung groß ist.

Hinter verschlossenen Türen soll es deutliche Kritik in Richtung Verwaltungsvorstand gegeben haben. Eine Ratsherr habe verärgert erklärt, er habe zunehmend das Gefühl, dass der Rat bei wichtigen Entscheidungen als lästiges Beiwerk gesehen werde. Die Politik dürfe bei diesen Entscheidungen nicht außen vor gehalten werden, sollen alle Seiten gedrängt haben.

Ärger richtet sich nur gegen die Verwaltung

Sprecher aller Fraktionen betonten ausdrücklich, dass sich ihr Ärger nur gegen die Verwaltung richte und nicht auf Schmitz-Aufterbeck beziehe. Es habe den einheitlichen Tenor gegeben, dass der Generalintendant gute Arbeit leiste und seine Weiterbeschäftigung auch Zustimmung finde, erklärte ein Sitzungsteilnehmer.

Die gescholtene Kulturdezernentin habe sich in der Sitzung entschuldigt und Besserung gelobt. Sie habe erklärt, dass sie Personalentscheidungen gerne „schlank halte“ und in diesem Fall auch eine möglicherweise kontroverse Debatte um Schmitz-Aufterbeck verhindern wollte. Für eine Stellungnahme gegenüber den „Nachrichten“ war Susanne Schwier gestern nicht erreichbar.

Seit 2005 gelinge es Schmitz-Aufterbeck, „ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles und hochanerkanntes Programm zu gestalten und dem Theater einen zentralen Stand im Kulturleben der Stadt zu sichern“, teilte die Stadt am Donnerstag per Pressemitteilung mit. Seine nunmehr dritte Verlängerung wertet der Generalintendant selbst als großen Vertrauensbeweis in die geleistete und zukünftige Arbeit. „Es macht Freude, das kulturelle Leben der Stadt Aachen mitzugestalten, und ich freue mich sehr darauf, mit den großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hauses die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre mit neuen Impulsen fortzusetzen“, erklärt er.

Ausdrücklich erfreut zeigt er sich auch darüber, dass man ihm und seinem Team die Ideen zutraut, das Theater auch in finanziell schwierigen Zeiten weiterzuentwickeln. Die Kämmerin hatte zuletzt erneut den Druck erhöht und dem Theater neue Sparvorgaben gemacht.

Dass der Intendant nun auch über das übliche Ruhestandsalter hinaus arbeitet und bei Vertragsablauf im Jahr 2023 68 Jahre alt sein wird, sei mit ihm zu keinem Zeitpunkt thematisiert worden, erklärt Schmitz-Aufterbeck. Die Tendenz gehe ohnehin zu längeren Lebensarbeitszeiten, sagt er und betont, noch große Lust zu haben, „mit viel Elan“ weiterzumachen. Dazu trage auch bei, dass das Theater aus seiner Sicht „ensemblemäßig“ noch nie besser aufgestellt gewesen sei als derzeit.

 

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