Aachen - Verteilerkästen: legal plakatieren

Verteilerkästen: legal plakatieren

Von: Thomas Vogel
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Sorgen dafür, dass Aachen ein bisschen schöner wird: (v.l.) OB Marcel Philipp, Rudolf Roß (Stawag) und Jörg Polzin (PDG). Foto: Harald Krömer

Aachen. Saubere Verteilerkästen? Fehlanzeige. Äußerst selten nur präsentiert sich einer der grau-beigen Kästen ohne illegal geklebtes Plakat oder Graffiti. Das soll sich nun ändern. Die Firma „PDG Werbeträger“ übernimmt für Stadt und Stawag die Reinigung. Als Gegenleistung darf das Aachener Unternehmen selbst Plakatwerbung auf Verteilerkästen vermarkten.

Rund 6000 Kästen gibt es in Aachen. Im ersten Schritt werden 350 von ihnen in einem Testgebiet – dem erweiterten Alleenring und einigen Ausfallstraßen – mit Wechselrahmen bestückt. Haupt-Vertragspartner sind PDG und Stawag, da circa dreiviertel der Verteilerkästen dem Energieversorger gehören. Nur etwa 20 Prozent befinden sich in städtischem Eigentum. Die Kästen der Telekom und der Post könnten später ebenfalls in den Vertrag aufgenommen werden.

Egal um wessen Verteilerkästen es geht, wildes Plakatieren ist allen ein Dorn im Auge. Müssen Techniker im Falle einer Störung dringend an die Kästen, komme es vor, dass sie sich erst einmal zu den Schlössern durcharbeiten müssen – weil die überklebt seien, macht Rudolf Roß, Leiter des Netzservice bei der Stawag, deutlich. Und: Die mit Plakaten und deren Resten verschandelten Objekte sind nicht gerade eine Augenweide, das Stadtbild leidet. Da stört es kaum, dass die Stadt von den Werbeeinnahmen, ebenso wie die Stawag, keinen Cent sieht. Es geht nicht ums Geld. OB Marcel Philipp freut sich, das Antlitz der Stadt wieder etwas aufwerten zu können: „Alles was wir hier tun ist fürs Auge.“

Keine neue Idee

Wechselrahmen an den Verteilerkästen anzubringen gehört zum Konzept der PDG. Sie bestehen aus einem Aluminium-Rahmen und einer PVC-Schutzfolie, die mittels Punktfixierung an den Kästen angebracht werden. Eine rückstandslose Entfernung ist später kein Problem. Bohren wäre gefährlich, weil das Innere der Kästen, je nach Nutzung, unter Spannung steht. Vor rund anderthalb Jahren hat das Unternehmen das Konzept erarbeitet und im Rahmen eines Ideenwettbewerbs präsentiert.

„Die Idee war nicht neu, aber das Konzept“, erklärt Roß. Kernpunkt sei, das Angebot bezahlbar zu halten, um die heute noch wildplakatierende Klientel morgen vielleicht als neuen Kunden begrüßen zu dürfen. Das scheint zu funktionieren: „Zu einigen Veranstaltern haben wir schon einen guten Kontakt“, sagt Ralf Demmer, Geschäftsführer bei PDG. Auf dieses Ziel sind auch die Preise ausgerichtet. Zwischen 80 Cent und einem Euro kostet ein Plakat pro Tag und Standort. Gemeinsam mit zwei Angestellten über 50 Jahren, die er wegen der neuen Zusammenarbeit einstellen konnte, kümmert er sich auch um die Reinigung von Schalt- und Verteilerkästen, an denen keine Wechselrahmen angebracht sind.

Natürlich kann niemand einfach zahlen und aufhängen was er möchte. Da richte man sich nach medienrechtlichen Grundsätzen, erklärt Demmer. Roß ergänzt: „Alles, was der guten Ethik entspricht, kann aufgehängt werden. Erweist sich das Konzept im Testgebiet nach drei Monaten als tragfähig für alle Parteien, werden nach und nach weitere Teile der Stadt mit einbezogen. Philipp: „Wir wollten es zunächst überschaubar halten, damit keiner der Vertragspartner ein unkalkulierbares Risiko eingeht.“ Zeige sich, dass es funktionert, wolle man das Gebiet „zügig ausweiten“.

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