Verkehrschaos zum Wochenmarkt

Von: Heiner Hautermans
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Schon vor der Baustelleneinrichtung war die Maastrichterlaan, die Hauptverkehrsader im Grenzort Vaals, an Dienstagen überbelastet. Während des am Dienstag begonnen Umbaus wird sich diese Situation noch verschärfen. Foto: Harald Krömer

Aachen/Vaals. Irgendein Intelligenzbolzen bei der Provinz Limburg hatte sich als Start der eigentlichen Bauarbeiten für die Hauptverkehrsader im Nachbarort Vaals ausgerechnet den Dienstag, den Tag des Wochenmarktes, ausgesucht. So war gewährleistet, dass es zu maximalen Verkehrsbehinderungen kam.

Tausende Pendler, Buspassagiere und Besucher mussten Wartezeiten von bis zu einer Dreiviertelstunde in Kauf nehmen, um von Gut Kullen bis zum Markt im Ortskern zu kommen. Teilweise stellte die Aseag sogar den kleinen Grenzverkehr ein: Die Linien 33 und 25, die üblicherweise einen Schlenker bis zur Polizeistation fahren, drehten teilweise schon in Vaalserquartier Richtung Aachen bei. Sprecherin Anne Linden: „Eine Pendelfahrt dauerte bis zu 45 Minuten.“ Was zu entsprechenden Verspätungen führte. Eigentlich sei dem Nahverkehrsunternehmen noch ein Abstimmungstermin am Donnerstag versprochen worden, um beispielsweise Ausweichstrecken auszuwählen: „Von der gestrigen Regelung sind auch wir überrascht worden.“ Trotz der helfenden Hand von bis zu sechs Polizisten war das Chaos perfekt, mindestens zehn Minuten auf beiden Seiten der halbseitig gesperrten Maastrichterlaan im Stau zu stehen war noch vergleichsweise günstig.

In vier Abschnitten wird, wie berichtet, die Maastrichterlaan bis August 2014 ausgebaut. In den drei zwischen Bushof und Polizeistation werden Umleitungen eingerichtet, aber in der am meisten frequentierten, dem Kerngeschäftsbereich zwischen Grenze und Busstation, ist das nicht möglich. Deshalb wurde dort am Dienstag eine Baustellenampel aufgestellt. 18 Wochen lang sollen die Ausbauarbeiten dort dauern, Verkehrsteilnehmern ist zu empfehlen, so lange genügend Zeitpuffer einzukalkulieren.

Der Ausbau der Mastrichterlaan war jahrelang in Vaals hoch umstritten, tausende Unterschriften wurden dagegen gesammelt. Geplant wird das Projekt von der Provinz als Straßenträger, die meisten Menschen störten sich vor allem an der von ihr geplanten sehr breiten Mittelinsel, die den Durchfluss verbessern soll, die breiten Trottoirs mit ihrer Außenbestuhlung jedoch schmaler werden lässt. Als sich die Erkenntnis durchsetzte, dass sich die Gemeinde einen Alleingang, vor allem wegen des völlig veralteten Kanals, nicht leisten konnte, schloss man einen Kompromiss, die Mittelinsel wird nun nicht ganz so breit. Vor allem das Fällen Dutzender Platanen tat vielen Vaalsern in der Seele weh.

Deshalb bemühen sich Provinz und Gemeinde, die Bevölkerung möglichst einzubeziehen. So haben beide telefonische Anlaufstellen eingerichtet, auch wird eine fahrbare Tribüne (vor Hema) aufgebaut, die am Freitag offiziell eingeweiht wird und von der man aus die Arbeiten beobachten kann. Vaals wäre aber nicht Vaals, wenn es zum ursprünglich geplanten Baubeginn nach Ostern nicht noch Sperrfeuer gegeben hätte.

Rechtlicher Einspruch

Die örtliche Gruppierung B&DV legte Einspruch bei Gericht ein, weil die Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr zu wenig erforscht worden seien. Sie machte sich damit bei Freund und Feind jedoch wenig beliebt. Unter anderem befürchtete der Unternehmerverband, dass sich die leidige Angelegenheit endlos in die Länge ziehen würde. So beschloss der Bauherr, die Provinz, mit einer Woche Verzögerung loszulegen, ohne den Richterspruch abzuwarten.

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