Aachen - Verkehr: Grüne wollen „Einsicht durch Ansicht”

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Verkehr: Grüne wollen „Einsicht durch Ansicht”

Von: Christiane Krahl
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12 Stundenkilometer zu viel zeigt, die mobile Geschwindigkeitsmessanlage am Soerser Weg an, wohin Hans-Karl Rouette (links) sie derzeit geholt hat. Geht es nach Roland Jahn und Ursula Becker (von rechts) wird es künftig mehr dieser Anlagen in Aachen geben.

Aachen. „42 km/h” zeigt die mobile Geschwindigkeitsanzeige in großen, gelben Ziffern an. Der Verursacher, ein Autofahrer, ist viel zu schnell in der verkehrsberuhigten Tempo-30-Zone auf dem Soerser Weg unterwegs. Besonders morgens und abends zur Stoßzeit rauschen die Autofahrer im Sekundentakt mit mehr als die erlaubten 30 Sachen durch das Wohngebiet.

Damit dort endlich langsamer gefahren wird, hat das Soerser Forum, ein offener überparteilicher Bürger-Zusammenschluss, seit einer Woche die mobile Anzeige am Soerser Weg angebracht. „50 Prozent der Fahrer bremsen, wenn sie die Anzeige sehen”, verzeichnet Professor Hans-Karl Rouette, Sprecher des Soerser Forums, erste Erfolge der Aktion mit dem von der Aachener Verkehrswacht gemieteten Gerät.

Auch Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, freut sich über die positive Auswirkung der mobilen Geschwindigkeitsanzeige. Die Grünen hatten Ende September in einem Ratsantrag zwei neue Anzeigegeräte für die Stadt gefordert und wünschen sich neben dem Soerser Forum noch mehr Bürgergruppen, die mit Hilfe dieser Technik die Schnellfahrer bremsen wollen.

Daten werden aufgezeichnet

„Wir wollen damit mehr Verkehrserziehung im Sinne von Einsicht durch Ansicht erreichen”, erklärt Jahn. Wer die Geschwindigkeitsüberschreitung vor Augen habe, fahre danach bewusster. Auch die Sondernutzungsbeschränkungen des Gerätes sollten nach Ansicht Jahns gelockert werden. Denn zurzeit dürfen solche Geräte nur in der Nähe von Kindergärten, Schulen oder Seniorenzentren eingesetzt werden. „Die Bürger sollen mit dem Gerät selbst beweisen können, dass bei ihnen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen vorliegt”, begründet Jahn, denn alle gemessenen Daten würden aufgezeichnet und später protokolliert.

Neben den Grünen haben sich in den vergangenen sieben Jahren auch die CDU und die SPD in einigen Bezirksvertretungen mit Ratsanträgen für den Kauf und vermehrten Einsatz mobiler Geschwindigkeitsanzeigen eingesetzt. Ursula Becker, Mitglied der Bezirksvertretung in Haaren für die Grünen, erinnert sich an einen ähnlichen Antrag, den sie vor rund fünf Monaten in ihrer Bezirksvertretung gestellt hatte. „Wenn ich so ein Gerät sehe, fahre ich bewusster”, unterstreicht sie in der Hoffnung, dass Rat und Verwaltung ebenfalls ihrer Ansicht sein werden.
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