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Verhältnis von Politik und Museumschef ist getrübt

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Umstrittener Museumschef: Die Politik hat Vorbehalte, den Vertrag von Peter van den Brink zu verlängern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Überregionale Aufmerksamkeit war dem Aachener Museumsdirektor Peter van den Brink nach den überraschenden „Beutekunst”-Funden im ukrainischen Simferopol gewiss, dennoch äußern sich Aachens Kulturpolitiker eher unzufrieden über ihn.

Vorbehaltlos ist keine Fraktion bereit, seiner Vertragsverlängerung zuzustimmen.

Die Personalie wird derzeit als „Top-Secret”-Angelegenheit behandelt und hätte eigentlich schon in der vergangenen Woche im Kulturausschuss abgehakt werden sollen. Im nichtöffentlichen Teil sollten die Politiker der Verlängerung über das Jahr 2011 hinaus zustimmen, denn - so sieht es die Vereinbarung vor - zwei Jahre vor Vertragsablauf müssen sich Politik und der Chef der Museen darüber verständigen, ob und wie es weitergehen soll.

Doch so einfach wollte niemand grünes Licht für die weitere Zusammenarbeit mit van den Brink geben. Zu groß sei der Gesprächsbedarf, signalisieren die kulturpolitischen Sprecher aller Fraktionen. Weil es sich um eine diffizile Personalangelegenheit handelt, geben sich alle Beteiligten zurückhaltend. Klar ist jedoch, dass das Verhältnis zwischen van den Brink und den Politikern angespannt ist. Von „atmosphärischen Störungen” etwa spricht Hubert Bruynswyck (CDU), „organisatorische Schwächen” erkennt Ruth Crumbach-Trommler (FDP), „wenig kooperativ” nennt ihn Hermann-Josef Pilgram (Grüne), es sei „einiges abzuklären”, sagt Sibylle Reuß (SPD).

„Wie eine Diva”

Zu oft habe van den Brink den Kulturausschuss regelrecht missachtet, heißt es auf allen Seiten. Er handle zu eigenmächtig und gebärde sich „wie eine Diva”. Zuweilen soll er nur Spott und Hohn für die aus seiner Sicht ahnungslosen Kulturpolitiker übrig haben. Die bescheinigen ihm zwar große Fachkenntnis und weisen gerne auch auf einige „exzellente Ausstellungen” hin.

Zugleich registrieren sie, dass er im neuen Jahresprogramm nur eine einzige Ausstellung selbst kuratiert - sie wird zurzeit in Amsterdam gezeigt und kommt dann nach Aachen. Dies sei zumindest erklärungsbedürftig, heißt es. Einige Politiker haben den Eindruck, van den Brink kümmere sich zu wenig um seine Aachener Häuser.

Ob und auf welcher Basis die Zusammenarbeit über den laufenden Fünfjahresvertrag hinaus fortgesetzt wird, soll ein Gespräch zeigen, dass derzeit die Kulturausschussvorsitzende Margarethe Schmeer vorbereitet und in etwa zwei Wochen zwischen Politikern und Museumschef geführt werden soll. Peter van den Brink wollte zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen und den Vertragsverhandlungen keine Stellungnahme abgeben.
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