Verfallende Gebäude mit neuem Leben erfüllt

Von: Heiner Hautermans
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Über viele Jahre war der Blick auf dieses Areal eher unerquicklich: die alte Mühle mit Speicher und Produktionsgebäude war stark heruntergekommen. Jetzt lohnt sich die Foto: Ralf Roeger
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Über viele Jahre war der Blick auf dieses Areal eher unerquicklich: die alte Mühle mit Speicher und Produktionsgebäude war stark heruntergekommen. Jetzt lohnt sich die Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein Bauernhof und eine alte Mühle, die jahrelang dem Verfall preisgegeben waren und für die kaum noch eine Hoffnung für eine neue Nutzung bestand, erstrahlen nun in neuem Glanz: der Zehnthof in Richterich und die alte Mühle an Schloss Rahe in Laurensberg. Beide sind mit Millionenaufwand restauriert worden und zu Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern umgebaut worden.

Beide sind auch schon fast vollständig verkauft und von neuen Eigentümern bezogen worden. Allerdings leben die neuen Bewohner des Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten Zehnthofs vorübergehend noch auf der Baustelle: Innenhof und Außenanlagen bedürfen noch der Fertigstellung. Das hinderte viele Familien aber nicht, das Weihnachtsfest in der neuen Umgebung im Herzen von Alt-Richterich zu begehen. Möglich gemacht hat das Jürgen Thelen von der JT Projektträgergesellschaft: „Ich habe mich in den Hof verliebt und ihn Anfang 2010 auch bekommen.“

Sieben Jahre lang hatte das denkmalgeschützte Objekt, in dem viele Richtericher noch Milch oder Gemüse im Hoflädchen eingekauft haben, da schon leergestanden, Pläne eines Vorbesitzers waren gescheitert. Im Mai 2011 begann der Umbau zu zwölf Wohneinheiten mit etwa 2000 Quadratmetern Wohnfläche, jede zwischen 130 und 280 Quadratmeter groß.

Den einzelnen Einheiten sind Gärten zwischen 250 und 1500 Quadratmeter zugeordnet. Die letzten beiden Häuser sollen Mitte 2013 fertiggestellt werden, an die Pflasterung des Innenhofs werde man sich begeben, wenn das Wetter es wieder zulasse, sagt der Architekt weiter. Die JT Bauträgergesellschaft ist an der Schurzelter Straße beheimatet, an der ebenfalls einige Höfe in Wohnanlagen umgewandelt wurden: Gut Schurzelt etwa an der Bahnlinie oder die Seffenter Burg ein Stück weiter.

Die Tendenz ist also nicht neu. Immer wieder müssen Landwirte oder Betriebe aufgeben, weil sich kein Nachfolger findet oder die Produktion sich nicht mehr lohnt. Nicht selten dauert es dann geraume Zeit, bis ein Investor den Mut hat, die Gebäude einer neuen Verwendung zuzuführen. Der Nonnenhof in Orsbach ist so ein Beispiel oder Gut Überhaaren in Haaren. Die 1525 erstmals urkundlich erwähnte Rahemühle lag noch länger als der Zehnthof im Dornröschenschlaf, sie ist in zweijähriger Planungs- und Entwicklungsarbeit ihrer neuen Bestimmung zugeführt worden.

Architekt Manfred Hammers ist mit dem bisherigen Verkaufserfolg denn auch sehr zufrieden: „Alle 24 Eigentumswohnungen sind weg.“ Die luxuriösen Einheiten zwischen 106 und 203 Quadratmetern Größe seien angesichts der Größe des Bauvorhabens und des Investitionsvolumens relativ schnell an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht worden. Zuerst weggegangen sind, nicht weiter verwunderlich, die oberen Etagen: „Die haben einen herrlichen Blick auf die Soers und den Lousberg.“ In einer Tiefgarage wurden 30 Stellplätze angelegt, außerdem befindet sich im Eingangsbereich ein Bürogebäude.

Für das direkt an der Schloss-Rahe-Straße gelegene Torhaus mussten allerdings die Pläne geändert werden. Eigentlich sollte dort Gastronomie untergebracht werden, allerdings sei man mit keinem Interessenten handelseinig geworden. Jetzt befinden sich dort sieben Appartements eines Boardinghauses, ein Mittelding zwischen Hotel und Mietwohnung.

Wohnen auf Zeit könnten dort etwa Hochzeitsgäste oder Seminarteilnehmer, die bei einer Verehelichung oder Tagung im benachbarten Schloss Rahe teilnehmen, oder Verwandte oder Freunde der Mühlenbewohner. Die Rahemühle ist nämlich von derselben Entwicklungsgesellschaft saniert worden, die auch Schloss Rahe zu neuem Glanz verholfen hat.

Baustraße schon angelegt

Sie zeichnet auch für 32 Einfamilienhäuser auf dem hinter der Mühle liegenden Park samt Teich verantwortlich. Die Baustraße zu dem 1,6 Hektar großen Gelände wurde bereits angelegt, die Vermarktung der sechs Einfamilienhäuser und 26 Doppelhäuser zwischen 110 und 170 Quadratmetern Wohnfläche und Grundstücken bis zu 450 Quadratmetern ist angelaufen. Wie lange wird der Bau dauern? „Wenn schnell verkauft wird, denke ich, dass wir in zwei Jahren durch sind“, antwortet Architekt Hammers.

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