Verein will sichere Orte schaffen

Von: Elisa Zander
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Gemeinsam anpacken: Iris Duraj
Gemeinsam anpacken: Iris Durajini, Richard Pütz, Reiner Herbst, Ulla Benens, Josef Kunze und Bettina Pütz (v.l.)engagieren sich für Kinder und Jugendliche. Foto: Elisa Zander

Aachen. Ein Unbekannter verfolgt ein Kind, ein Handy wird an der Bushaltestelle geklaut, eine Gruppe von Jugendlichen triezt einen Teenager. Es sind Situationen, wie sie täglich passieren können. Um solche Probleme mit und unter Kindern und Jugendlichen gar nicht erst entstehen zu lassen, will der Verein „Aachener Schutzhütte” Rückzugsorte etablieren.

Der Name ist Programm: Schutzhütten sollen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich in einer Notsituation dorthin zurückziehen zu können. Geschäfte, Arztpraxen, Restaurants - Einrichtungen, in denen mehrere Erwachsene tätig sind, kommen dafür in Frage.

Anstoß zu Zivilcourage

Ob auf dem Schulweg oder am Nachmittag in der Stadt, bei einem Überfall, einer möglichen Vergewaltigung oder „nur” bei einem Sturz mit dem Skateboard - Ziel ist es, Kindern ein Stück Sicherheit und eine verlässliche Ansprechperson zu bieten. „Jeder ist angehalten zu helfen”, sagt der zweite Vorsitzende Reiner Herbst. „Was wir machen, ist eigentlich nichts Besonderes”, meint er. Es ist ein Anstoß zu Zivilcourage.

„Wir erwarten keine Helden”, betont auch der Vorsitzende Josef Kunze. „Wir hoffen Leute, die einfach den Mund aufmachen.” Im Grunde sollen sie eine Atmosphäre schaffen, die früher in Dorfgemeinschaften selbstverständlich war.

Seit zwei Jahren organisiert der Verein das Vorhaben, spricht Inhaber und Geschäftsleute an. „Die Resonanz ist durchweg positiv”, freut sich Reiner Herbst. Angestrebt wird eine Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Aachen. Eine Zusammenarbeit mit dem Weißen Ring besteht bereits.

Wesentlicher Bestandteil ist die Gemeinschaftsarbeit mit Schulen. „Unterstützenswert” ist die Initiative für Hans Schmachtenberg, Leiter der GGS Gut Kullen. „Das Sicherheitsbefinden der Kinder wird gestärkt. Es ist ein klares Signal für die Schüler, dass sie sich in einer sicheren Umgebung befinden.”

Nach den Osterferien sollen die ersten Schutzhütten eröffnet werden. Optisch werden sie durch einen Aufkleber gekennzeichnet. Da der Verein ehrenamtlich arbeitet, ist eine flächendeckende Erschließung erst nach und nach möglich. „Wir entfachen kleine Feuer und hoffen, dass daraus ein Flächenbrand entsteht”, sagt Reiner Herbst.

In den Stadtteilen Gut Kullen und Laurensberg wird die Arbeit beginnen, in Würselen und Stolberg soll sie fortgesetzt werden.

Zugleich soll die Aufklärungsarbeit in den Schulen intensiviert werden. „Die Schüler müssen informiert werden, wo sie solche Schutzhütten finden können”, erklärt Schriftführerin Ulla Benens. Die Erarbeitung eines sichereren Schulwegs mit den Lehrern ist ein weiteres Ziel.
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