Verein „Help” vermittelt junge Leute an soziale Einrichtungen

Von: Elena Löwen und Denise Möller
Letzte Aktualisierung:
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Eine von vielen: Die 22-jährige Mareike engagiert sich bei „Help”.

Aachen. Zeit ist für viele ein knappes und kostbares Gut. Zeit zu „verschenken”, das ist die Mission von „Help”. Der Aachener Verein, im Jahr 1998 von sechs Studenten gegründet, vermittelt junge, engagierte Helfer an eine Auswahl von Senioren-, Kinder- und Behindertenheime sowie Obdachloseneinrichtungen der Region.

Mareike, 22 Jahre alt und Maschinenbaustudentin an der RWTH, betreut seit 2008 ehrenamtlich eine junge Frau, die mit ihrem Kind im Jugendhilfezentrum Burtscheid wohnt. Eigentlich gibt Mareike der jungen Frau Nachhilfe in Mathe, steht ihr aber auch sonst mit Rat und Tat zur Seite und verkörpert so in einer Person die Sozialarbeiterin, Nachhilfelehrerin und Freundin. „Sie genießt es, dass sich in den Stunden, die wir zusammen verbringen, alles mal nur um sie dreht”, sagt Mareike.

Einer der Gründer des Vereins ist Bernhard Müller-Held, ehemaliger Maschinenbaustudent der RWTH Aachen. Auf die Frage, ob es schwierig sei, neue Helfer zu finden, sagt er: „Seit Einführung der Studiengebühren ist es merklich schwieriger geworden. Die Studenten müssen fast alle nebenbei arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren.” Zeit für andere Aktivitäten ist also knapper geworden.

Dabei wird gerade ehrenamtliches Engagement von potenziellen Arbeitgebern in Bewerbungen gern gesehen, wie Bernhard Müller-Held selbst erfahren hat. Zwar steht dieser Aspekt bei der Werbung um neue Mitglieder nicht im Vordergrund, kann aber dennoch einen Anreiz bieten, mal bei „Help” reinzuschnuppern. Und Mareike ist überzeugt: „Wer sich einmal aufgerafft hat, den Kontakt aufzunehmen, und in die dankbaren Augen seines „Schützlings” blickt, der bleibt dabei.”

Help besteht zu 95 Prozent aus Studenten verschiedener Fachrichtungen. Die Beratung und fortwährende Betreuung der „Helper” auch nach der Vermittlung ist Müller-Held sehr wichtig. Auch wenn jedes Help-Mitglied selbst die Treffen vereinbart, steht doch jederzeit ein Ansprechpartner bereit.

Die Arbeit von Help soll allerdings keine ausgebildeten Pflegekräfte ersetzen, vielmehr fängt die Arbeit dort an, wo die Zeit der Pflegekräfte aufhört: bei persönlichen Gesprächen und gemeinsamen Freizeitaktivitäten.
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