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Verbrennungen: Neunjähriger aus Afghanistan im Luisenhospital

Von: Nina Krüsmann
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Sie freuen sich über die tolle Entwicklung, die der neunjährige Ahmad während seiner Behandlung im Luisenhospital genommen hat (von links): Reemt Jaansen (Johanniter), Georg Göttgens (Rotary Club), Martina Weichbrodt (Johanniter), der behandelnde Arzt Dr. Siegfried Grandel, Aufsichtsratsvorsitzender Werner Georgi, Dr. Martin Emmerich (Luisenhospital) sowie Waltrud Scheins (Lu-Scheins-Stiftung). Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Strahlend und fröhlich kurvt Ahmad mit seinem Kettcar durch die Gänge des Luisenhospitals. Dass der neunjährige Junge wieder wie seine Gleichaltrigen spielen kann, hat der Verein der Freunde und Förderer des Luisenhospitals Aachen mit Hilfe vieler Spender und ehrenamtlicher Helfer möglich gemacht. Vermittelt durch das Friedensdorf International in Oberhausen kam Ahmad Samir Najibullah nach Aachen.

Projekt „Kinder in Not“

Das Verbrennungsopfer aus Afghanistan ist das 16. Kind, das im Rahmen des Projekts „Kinder in Not“ in den vergangenen Jahren im Luisenhospital behandelt wird.

Als der Junge im Januar ins Krankenhaus kam, waren sein Gesicht und seine Hände von den schweren Brandverletzungen gezeichnet. Die Nase war von den Narben schief verwachsen, die Augenlider ließen sich nicht schließen, die Hände glichen nach der rudimentären Erstbehandlung in der Heimat nur noch Stümpfen. „Unser Hauptaugenmerk lag darauf, dem Jungen ein gesellschaftsverträgliches Aussehen zu ermöglichen. Wir haben im Laufe der Monate seine komplett haarlose Stirn mit einem Expander gedehnt und durch neuen Haarwuchs sein Aussehen deutlich verbessern können. Auch die Funktion der komplett vernarbten Hände haben wir in mühevoller Detailarbeit optimiert“, erklärt Dr. Siegfried Grandel. Der ehemalige Chefarzt der Klinik für Plastische Chirurgie des Luisenhospitals hat den Jungen in den vergangenen elf Monaten ehrenamtlich versorgt und bislang neun Mal operiert. Eine zehnte Operation steht kurz bevor, um die Funktion der Hand zu verbessern.

Während der Behandlung hat Ahmad ein eigenes Zimmer im Krankenhaus bewohnt, wurde von Schwester Christine und Schwester Katja liebevoll betreut. Viele Spenden und der ehrenamtliche Einsatz des Chirurgen haben den Aufenthalt und die Behandlung, die pro Kind normalerweise bis zu 50 000 Euro kostet, finanziert. „Für uns ist es das Schönste, dass Ahmad nun ein Aussehen wiedererlangt hat, dass ihn nicht als Aussätzigen in seiner Heimat leiden lässt“, sagt Waltrud Scheins von der Lu-Scheins-Stiftung.

Auch die Vertreter der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Rotary Clubs Aachen-Charlemagne zeigten sich am Dienstag beim Besuch im Krankenhaus begeistert über die Arbeit, die das Team geleistet hat.

Insgesamt 300 schwerverletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten aus zehn Nationen werden derzeit vom Friedensdorf International in Deutschland vermittelt. „Wir sind zwei Mal im Jahr in Kabul, um zu sehen, welche Kinder in ihrer Heimat keine adäquate Behandlungsmöglichkeit haben“, erklärt Hanna Lohmann vom Friedensdorf International. „Es ist toll zu sehen, welch enorme Entwicklung Ahmad in den vergangenen Monaten gemacht hat. Das ist ein großer Erfolg und ermöglicht ihm in seiner Heimat ein normales Leben“, freut sich Werner Georgi von den Freunden und Förderern des Luisenhospitals.

Schöne Erinnerungen

Ahmad wird noch bis Anfang des nächsten Jahres in Aachen behandelt. Er nimmt Deutschkenntnisse, ein Fotoalbum und viele schöne Erinnerungen an die Menschen mit, die ihm eine neue Zukunft geschenkt haben, mit zurück in seine Heimat.

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