Vandalen bringen Zehntausenden Bienen den Tod

Von: Margot Gasper
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An den Waben kleben noch veren
An den Waben kleben noch verendete Bienen: Die Hobbyimker Udo und Lydia Freudl sowie Willi Schulte-Steinborn sind entsetzt über die Schäden an den Bienenstöcken. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Da waren Vandalen am Werk: Bislang unbekannte Täter haben unweit des Haarbergs in Haaren sechs Bienenstöcke umgeworfen. Mindestens vier der Bienenvölker, Zehntausende Tiere insgesamt, haben die Attacke nicht überstanden. Der Schaden für die betroffenen Hobbyimker ist beträchtlich.

Udo Freudl war am Dienstag noch ziemlich fassungslos. Drei seiner Bienenstöcke stehen seit zwei Jahren am Dirgeltweg, am Ortsausgang von Haaren unweit der Haarener Gracht. Freunde hatten ihn am Samstag alarmiert mit dem Hinweis, dass mit den Bienen offenbar etwas nicht in Ordnung sei.

Vor Ort fand Freudl seine Bienenzargen allesamt umgekippt vor. Die drei Bienenstöcke seiner Imkerkollegin Ruth Steinborn lagen ebenfalls am Boden. „Vier der sechs Völker sind verschwunden”, berichtet er, „entweder sind die Tiere verendet oder weggeflogen”.

In zwei der Bienenstöcke haben zumindest einige Tiere überlebt. „In großen Trauben lagen die Bienen am Boden”, berichtet Udo Freudls Ehefrau Lydia. „Wir haben sie mit den Händen wieder zurück in die Stöcke gesetzt.” Eine Chance aber haben diese Überlebenden nur, wenn auch die Bienenkönigin das Manöver überstanden hat. Das aber werde sich erst im Frühjahr zeigen, sagt Freudl.

Für die Hobbyimker, beide im Imkerverein Würselen organisiert, geht der Schaden ordentlich ins Geld. „Einen Stock nachzuzüchten, dauert ein Jahr”, rechnet Udo Freudl vor. Und selbst wenn er im Mai ein neues Bienenvolk kauft - „die Frühjahrsernte ist auf jeden Fall dahin”. In einer guten Saison erntet ein Imker immerhin rund 80 Kilo Honig pro Volk.

Noch mehr als der finanzielle Schaden schmerzt die Bienenzüchter allerdings die Zerstörungswut. „Im Frühjahr und Sommer investieren wir viel Arbeit in die Bienenstöcke”, sagt Freudl. „Und hier geht es immerhin um Lebewesen”, ergänzt seine Frau.

Für Bienen sei der Standort am Dirgeltweg eigentlich prima, berichten die Imker. Das Gelände ist sonnig und windgeschützt. In der Nähe gibt es Streuobstwiesen und Schrebergärten. Hier leisten die Bienen wertvolle Dienste als Landschaftsgärtner. Denn Obst- und Gemüsesorten brauchen Bienen, die die Blüten bestäuben. Nach dem üblen Vandalismus überlegen die Hobbyimker nun allerdings ernsthaft, ob sie sich nicht besser einen neuen Standort für ihre Völker suchen.

Leicht haben es die Hobbyimker ohnehin nicht. Besonders die aggressive Varroamilbe gefährdet die Bienenpopulationen massiv. „Mit den Varroamilben haben wir schon genug Probleme”, sagt Udo Freudl. „Aber die Völker hier waren stark und gesund. Und dann passiert so etwas.”

Bei der Polizei haben die Imker Anzeige erstattet. Hinweise auf den oder die Täter gibt es bisher nicht. Aber der Dirgeltweg ist ein sehr beliebter Spazierweg. Deshalb hoffen die Imker, dass vielleicht doch der eine oder andere Ausflügler am Freitag oder Samstag etwas Auffälliges bemerkt hat.

Auch Haarens Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten zeigte sich entsetzt über den Vandalismus an den Bienenstöcken. Für die Streuobstwiesen seien die Bienen äußerst wertvoll. „Leider gibt es im Bereich der Friedenskapelle aber immer wieder Probleme”, weiß er. Die besorgten Imker will Corsten nach Kräften unterstützen.
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