Aachen - Väterchen Frost nagt an den Straßenbelägen

Väterchen Frost nagt an den Straßenbelägen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Fast schon eine Sisyphusarbeit: Kaum eine Gehwegplatte hat derzeit noch einen festen Halt. Auf der Theaterstraße bemühten sich gestern Hassan Bahas (rechts) und Christian Licitra vom Stadtbetrieb, die schlimmsten Frostschäden zu beseitigen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Je länger die Temperaturen im Keller sind, desto tiefer werden die Sorgenfalten in der städtischen Abteilung Straßenunterhaltung. Denn unter der Schnee und Eisdecke auf Aachens Straßen und Bürgersteigen tut sich einiges: Kaum eine Gehwegplatte, die noch fest sitzt, kaum eine Fahrbahn, in der nicht Löcher aufreißen.

Vor allem Fußgänger müssen derzeit verstärkt auf wackelige Platten achten, die sich an vielen Stellen zu gefährlichen Stolperfallen verschoben haben. Nach Angaben der Stadt sei dies nicht etwa auf handwerkliche Fehler bei der Verlegung zurückzuführen, sondern vor allem auf die Witterungsverhältnisse und auf die leidige und eigentlich verbotene Salzstreuerei.

Denn nicht zuletzt durch die Auftauwirkung des Salzes kommt es im Boden zu unerwünschten Effekten, wie Axel Costard vom Presseamt erläutert: Wasser sickert ein, gefriert, dehnt sich aus, taut wieder auf und sorgt so dafür, dass der Boden mal härter, mal weicher wird. Der Untergrund wird dadurch uneben, die Platten lösen und verschieben sich. Ähnliches kann auch auf den Straßen passieren, wo der Frost auch zunehmend schlimme Spuren hinterlässt und regelrechte Krater in die Fahrbahn sprengt.

Schon sind zahlreiche Mitarbeiter des Stadtbetriebs nicht nur mit der Schneeräumerei befasst, sondern auch mit der Bekämpfung der schlimmsten Frostschäden. Wobei Costard betont, das man nur bei größeren Verkehrsgefahren einschreiten könne. „Qualifizierte Straßenbauarbeiten sind im Moment gar nicht möglich”, sagt er. Allenfalls Flickwerk sei denkbar, Löcher werden notdürftig verfüllt, vielfach werden auch nur Warnschilder „Achtung Frostschäden” aufgestellt.

Ansonsten müssen die Bauarbeiter auf das Ende des Winterwetters hoffen. Erfahrungsgemäß würden sich am Ende der Frostperiode die meisten Schäden von alleine regulieren, sagt Costard: „In 90 Prozent der Fälle setzen sich die Platten wieder.”

Ob das in diesem Jahr auch so sein wird, hängt maßgeblich davon ab, wie lange es noch eisig bleibt. Schon jetzt aber rechnen die Fachleute offenbar mit größeren Schäden - und damit auch höheren Reparaturkosten - als in den zurückliegenden Jahren.

Insgesamt steht dem Stadtbetrieb ein Etat von rund fünf Millionen Euro für die Straßenunterhaltung zur Verfügung. Wieviel davon in diesem Jahr in die Beseitigung von Frostschäden abgezweigt werden müsse, könne noch niemand vorhersagen, sagt Costard.
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