Vaals/Aachen - Vaals: Die ersten Bäume sind schon weg

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Vaals: Die ersten Bäume sind schon weg

Von: Heiner Hautermans
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Am Samstag mussten in Vaals die ersten von mehr als 100 Bäume Platz für die Umgestaltung der Maastrichterlaan machen. Die Bauarbeiten werden rund 18 Monate dauern, anschließend sollen 80 neue Platanen gepflanzt werden. Foto: Ralf Roeger

Vaals/Aachen. Was die Bevölkerung von der Aktion hielt, war schon im Vorfeld deutlich zu erkennen: Auf einige der am Samstag in Vaals gefällten Bäumen waren Todeskreuze gemalt. Zahlreiche Menschen blieben stehen, als ein mit einem großen Greifer bewaffneter Bagger die 30 bis 40 Zentimeter dicken Bäume in halber Höhe abkniff und komplett auf einen Anhänger legte.

Nur wenige Minuten dauerte es, bis ein zweiter Mann den Rumpf mit einer Kettensäge durchschnitt, dann war wieder ein Exemplar der Baumreihe auf beiden Seiten entfernt .„Mist“, entfuhr es einem älteren Zaungast spontan auf die Frage, was er von der Blitzaktion hält. „Aber immerhin werden nachher neue Bäume gepflanzt.“

Das alles – die Fällung von mehr als 100 Bäumen (fast ausschließlich Platanen) entlang der Maastrichterlaan und die Neuanpflanzung von 80 Bäumen – gehört zur Neugestaltung der Hauptverkehrsstraße im niederländischen Grenzort, die nach Ostern so richtig beginnt und sich über eineinhalb Jahre hinziehen wird.

Das Projekt wird seit vielen Jahren diskutiert und war eine Zeit lang heftig umstritten. Wie in Aachens Innenstadt ist auch der Kanal unter der Maastrichterlaan dringend erneuerungsbedürftig, das Gesamtprojekt hätte die Gemeinde Millionen gekostet. Unter anderem will die Provinz als Straßenträger erreichen, dass der Verkehr sicherer und flüssiger durch die oft hochfrequentierte Verkehrsader fließt, das soll ein breiter Mittelstreifen (wie im Ortsteil Lemiers einige Kilometer weiter) ermöglichen. Diese überbreite Insel war der Hauptstein des Anstoßes.

Am Ende einigten sich die lokale Politik und die Provinz: Der überbreite Mittelstreifen wurde zumindest im Kernbereich reduziert, die breiten Trottoirs dagegen sollen erhalten bleiben. Die prächtigen Platanen jedoch, so hatte es die Provinz vor Anfang an mitgeteilt, könnten bei der Umgestaltung nicht erhalten bleiben. Deshalb fiel am Samstag der erste Teil der das Stadtbild prägenden Bäume, der Rest wird am nächsten Samstag entfernt. Nach der Fertigstellung der Arbeiten Mitte nächsten Jahres sollen 80 neue Bäume gepflanzt werden, wieder hauptsächlich Platanen.

Belasteter Untergrund

Der Untergrund ist an sechs Stellen leicht belastet und wird ab jetzt zunächst durch Sand ersetzt. Während der gesamten Zeit des Umbaus, also 18 Monate, ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, weil nur eine Fahrbahn zur Verfügung steht. Von Maastricht aus kann man jederzeit in Richtung Aachen fahren, in der Gegenrichtung wird der Verkehr teilweise über Umleitungsstrecken geführt, in einigen Abschnitten durch Baustellenampeln geregelt. Die Straße wird in mehreren Abschnitten erneuert, die Bauleute rücken an beiden Seiten des Ortes gleichzeitig an.

Das Stück zwischen Randweg und Jos Francottestraat wird von April 2013 bis April 2014 ausgebaut. Der Abschnitt zwischen Beem­derlaan bis Seffenterstraat ist von 2. April bis 19. Juli 2013 vorgesehen. Von der Seffenterstraat bis zur Grenze wird vom 2. September bis zum 18. Oktober 2013 gearbeitet, da sind wohl die größten Behinderungen zu erwarten, weil es keine Umleitungsmöglichkeiten gibt. Ebenfalls schwierig werden dürfte es zwischen Jos Francotteweg bis Beemderlaan, dieses Stück ist von April 2014 bis Juli 2014 als letztes dran.

Die Provinz als Bauträger hat zugesagt, Geschäfte, Gaststätten und den Wochenmarkt am Dienstag möglichst gut erreichbar zu halten. Auch will man die Bürger stark in den Ablauf einbeziehen, so haben schon mehrere Anhörungen stattgefunden. Auf dem nächsten Wochenmarkt am 19. Februar wird ein Informationsstand über das Großprojekt aufgebaut. Und am Donnerstag, 7. März, ist ein weiterer Informationsabend im Restaurant Obelisk .

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