Aachen/Vaals - Vaals, Aachen und die RWTH arbeiten jetzt Hand in Hand

AN App

Vaals, Aachen und die RWTH arbeiten jetzt Hand in Hand

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
6774648.jpg
Der Vaalser Bürgermeister Reg van Loo begrüßte im Super C zahlreiche Gäste, auch Vertreter aus Ostbelgien. Foto: Harald Krömer

Aachen/Vaals. Es hatte schon so etwas wie eine historische Dimension, dass die niederländische Nachbargemeinde Vaals am Montag ins Super C einlud und gemeinsam mit den Spitzen von Stadt und RWTH Aachen eine neue Kampagne vorstellte.

Moderator Till Schüler wies zu Beginn der Veranstaltung in der Vorzeigestube der Eliteuni darauf hin, dass es vor noch nicht allzu langer Zeit in Aachen üblich war, mit drei Portemonnaies in der Tasche herumzulaufen und an den Grenzen den Ausweis zu zücken.

Dass sich seitdem viel geändert hat, liegt nicht nur an Männern wie Willy Brandt oder Helmut Kohl auf nationaler, sondern auch wie Reg van Loo, dem Vaalser Bürgermeister, auf regionaler Ebene. Er hat den Wechsel in der Grenzgemeinde inklusive der Öffnung zum großen Nachbarn eingeleitet und hat für Werbesprüche wie „Vaals, die kleine Schwester von Aachen“ nicht nur Lob in dem Ort mit knapp 10.000 Einwohnern (darunter etwa ein Viertel Deutsche) geerntet. Seine Begründung: Aachen sei das wirtschaftliche Zentrum der Euregio, deshalb sei es für die ganz Süd-Limburg wichtig, sich auf die ehemalige Kaiserstadt auszurichten. Dabei schielt die schrumpfende Nachbarkommune durchaus auf die 10.000 Arbeitsplätze, die in den beiden Campus-Projekten in der Nähe entstehen sollen. Aktuell habe die Gemeinde vier Mehrfamilienhäuser gekauft, in denen Studentenapartments eingerichtet werden, mittelfristig wolle man eine Art Mini-Campus mit Wohnmöglichkeiten für 400 bis 600 Studenten schaffen, kündigte der Bürgermeister an.

Oberbürgermeister Marcel Phi­lipp und RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg, der während seines Studiums selbst in Vaals gewohnt hatte, bedankten sich für die Unterstützung, zumal es bei der Unterbringung der jetzt angestiegenen Studentenzahl (insgesamt 50.000) immer noch Probleme gibt. Man hoffe, diese Studentenzahl auch in den nächsten Jahren halten zu können, sagte Schmachtenberg. Vom niederländischen Pragmatismus könne man sich immer noch eine Scheibe abschneiden, Vaals solle sich auf alle Fälle seine Eigenheiten bewahren.

Doch nicht nur Immobilen werden auf der Kampagnenseite www.wohnenundlebeninvaals.de vorgestellt, sondern Vereine, Schulen, Kitas, Geschäfte, die Gastronomie, Landschaft oder Grenzgängerfragen. Und sympathisch kam auch rüber, dass Van Loo die Gemeinde Vaals nicht nur als freundlich, charmant und städtisch bezeichnete, sondern auch als eigenbrötlerisch und mit Ecken und Kanten.

Probleme diskutiert

Dazu passte, dass bei der anschließenden Diskussion Probleme angesprochen wurden, die sich beim Umzug über die Grenze ergeben. Beispiel: doppelte Steuererklärungen in zwei Ländern. Oder Schwierigkeiten für Studenten aus Nicht-EU-Ländern, Grenzgängerkarten zu bekommen. Oft führen auch die unterschiedlichen Gesetze aus Den Haag, Berlin und Brüssel zu Hürden, die nur schwer zu überwinden sind, zum Beispiel bei der Ansiedlung eines TH-Instituts in den Niederlanden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert