Aachen - Unterirdisch wird gebuddelt, überirdisch gibt es Stau

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Unterirdisch wird gebuddelt, überirdisch gibt es Stau

Von: Werner Breuer
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Bis November etwa wird die Sta
Bis November etwa wird die Stawag noch auf der Hahner Straße bauen. Durch die Engstelle komme es immer wieder zu massiven Behinderungen, beklagen Anwohner. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Positiv betrachtet ist Aachen immerhin schwer in Bewegung. Zumindest unterirdisch: Die Stawag buddelt sich gefühlt quer durch die Stadt, zudem werden allerorten Fahrbahnen saniert, weshalb es oberirdisch mit der Bewegung naturgemäß nicht recht vorangeht.

Dabei leiden die Autofahrer immer noch unter den Nachwirkungen der Normaluhr-Baustelle. Nachdem die Kreuzung jüngst an zwei Wochenenden komplett gesperrt war, stehen Markierungsarbeiten immer noch aus. Die sollen nach Auskunft des städtischen Presseamtes „sukzessive” erledigt werden. Soll heißen: Normaluhr und Wilhelmstraße werden nicht noch einmal komplett verriegelt und verrammelt, stattdessen wird bei fließendem Verkehr gearbeitet. Allerdings müssen dafür immer wieder mal Fahrbahnen verengt oder Abbiegespuren gesperrt werden. Ohne Behinderungen geht das nicht ab.

Und diese Ecke ist nur eine von über zwei Dutzend, an denen derzeit gebuddelt wird. Die aktuelle Baustellenliste der Stadt reicht von B wie Büchel - dort wird erst der Kanal saniert und dann die Straße niveaugleich ausgebaut - bis U wie Ursulinerstraße, wo ebenfalls Stawag und Stadt an Leitungen und Straßenumbau arbeiten.

Dazwischen gibt es reichlich offene Baugruben, etwa in Hars­campstraße, Schlossstraße, Hein-Janssen-Straße, Junkerstraße, Jülicher Straße, Königsberger Straße, Krefelder Straße, Merowingerstraße, Stolberger Straße, Templergraben... Auch in den Außenbereichen der Stadt müssen Autofahrer mit Behinderungen rechnen, etwa auf der Monschauer Straße, wo die Stawag zwischen Ardennenstraße und Kalkhäuschen buddelt. Der Weg ins Frankenberger Viertel über die Zollernstraße ist zwar wieder frei, dafür stehen jetzt die Bagger in der Schlossstraße. Nach Arbeiten an Kanal und Versorgungsleitungen werden dort die Gehwege verbreitert, neue Bäume gepflanzt und die Ampel an der Bismarckstraße abmontiert, weil sie in einer Tempo-30-Zone als unschicklich gilt. Bis Mai kommenden Jahres dürfte sich das alles laut Presseamt hinziehen.

In Hahn hingegen ist das Ende fast in Sicht. Dort erneuert die Stawag in der Hahner Straße Wasser- und Stromleitungen im Zuge einer städtischen Maßnahme, bei der unter anderem Brücken saniert und Übergänge erneuert werden. Seit den Sommermonaten wird dort schon gebuddelt, bis November wird es laut Stawag wohl noch dauern.

Ärger an der Hahner Straße

Anlieger Peter Brand hält nicht allein die Länger der Bauzeit, sondern vor allem die Länge der Baustelle für problematisch. Denn die Hahner Straße schlängelt sich eher schmal und unübersichtlich durch den Ort. Weil auf einer Seite ein Graben aufgerissen wurde, bleibt für den Verkehr in beiden Richtungen nur ein schmaler Rest der Fahrbahn. „Wenn sich dort zwei Autos begegnen”, so Brand, „muss ein Fahrer zurücksetzen.” Klingt einfach, ist es aber nicht immer.

Mitunter fahren aus beiden Richtungen gleich mehrere Fahrzeuge in den Engpass, dann muss zumindest auf einer Seite eine ganze Kolonne den Rückweg antreten. Und der kann ganz schön lang werden: weil der Graben an vielen Stellen noch offen ist, kann der Weg bis zur nächsten Ausweichstelle recht weit sein. Immer wieder gebe es kritische Situationen, berichtet Brand, vorige Woche hat es dort auch gescheppert. „Man hätte die Baustelle nicht so lang machen müssen”, meint der Anlieger. Nach seiner Ansicht wäre es sinnvoller gewesen, den rund 300 Meter langen Graben in kleineren Portionen aufzureißen.

„Alle diese Baustellen müssen sicher sein”, glaubt der FDP-Verkehrspolitiker Peter Blum. Bei der Straßensanierung sei lange viel versäumt worden, nun seien viele Grundsanierungen nötig. Dass sich die Baugruben allerdings derart flächendeckend ausbreiten, führe zu langen Umwegen, großem Zeitverlust und letztlich einer stärkeren Belastung der Umwelt.

Dem entgegenwirken könnte nach Ansicht der FDP-Fraktion ein „Baustellenkoordinator”, dessen Einsetzung sie nun in einem Rats­antrag fordert. Wuppertal habe auf diese Weise zwar auch nicht alle Probleme gelöst, aber doch „stark abgemildert”, berichtet Blums Kollege Daniel George. Ein solcher Koordinator sollte nach Vorstellungen der Liberalen sämtliche Tiefbaumaßnahmen zeitlich aufeinander abstimmen und zudem dafür sorgen, dass die Verkehrsführung wegen solcher Baustellen nicht zu unnötigen Behinderungen führt.

Wie das zu verstehen ist, kann Buchhändler Helmut Falter erklären: Die Passage vom Holzgraben und Elisenbrunnen sei etwa durch dort gelagertes Baumaterial versperrt. Das ließe sich auch ein paar Meter weiter deponieren, und schon wäre der Weg frei. So aber blieben mitunter Geschäfte schwer erreichbar, was zu teils heftigen Umsatzeinbußen führe. „Das ist eine Rücksichtslosigkeit”, so Falter unter zustimmendem Kopfnicken der Liberalen.
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