Unsere Pumpe fürs Leben: Besuch der Kinderherz-Station

Von: Stefan Herrmann
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Hedwig Höwels-Gürich (rechts
Hedwig Höwels-Gürich (rechts) ist Oberärztin am Aachener Klinikum und Expertin für unser Herz. Kindern der Mäuseklasse erklärte sie mit Hilfe eines Modells, wie unsere Pumpe Foto: Stefan Herrmann

Aachen. Heute gehts der kleinen Hannah-Sophie wieder super. Das war nicht immer so. Denn als Hannah noch im Bauch ihrer Mutter war, - also während der Schwangerschaft - haben Ärzte etwas Schlimmes festgestellt: In Hannahs Herzwand war ein kleines Loch.

Nach der Geburt hofften die Experten noch, dass das Loch automatisch wieder zuwächst. Doch das tat es nicht. Deswegen musste Hannah vor einem guten Jahr am Herzen operiert werden.

„Wir haben ihr dann einen kleinen Flicken auf das Loch getan”, erklärte Hedwig Höwels-Gürich vor einigen Tagen Kindern der Mäuseklasse 3a der Aachener Grundschule Oberforstbach. Die Schüler waren nämlich zu Besuch im Aachener Klinikum - einem riesigen Krankenhaus. Dort schauten sie auf einer besonderen Station mit einem ganz schön schwierigen Namen vorbei: der Kinder-Kardiologie. Kardiologie ist ein Fachwort und bedeutet so viel wie die Lehre vom Herzen.

Auf dieser Station arbeiten Menschen wie die Ärztin Hedwig Höwels-Gürich. Sie ist eine Expertin für Kinderherzen. Denn leider ist Hannah-Sophie nicht das einzige Kind, das Probleme mit seinem Herzen hat. Jeden Tag werden in Deutschland etwa 19 Kinder mit einem Herzfehler geboren. Und die brauchen natürlich Hilfe.

Auch die Grundschüler der Mäuseklasse haben von Kindern wie Hannah-Sophie erfahren. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christiane Karban sind sie deswegen extra in den Bus gestiegen und zum Aachener Klinikum gefahren. Dort mussten sie durch ganz viele Gänge laufen und mit Aufzügen fahren, um zur Kinder-Herzstation zu kommen.

Die Schüler wurden von vielen Ärzten begrüßt, die ihnen zeigten, wie unser Herz eigentlich funktioniert. „Es ist ein bisschen wie eine Pumpe: Es geht auf und zu und auf und zu”, erklärte die Ärztin ihren jungen Besuchern. Dadurch wird dann das Blut im ganzen Körper verteilt. Insgesamt hat unser Herz vier Kammern. In die ersten Kammern kommt das Blut, das vorher in unserer Lunge war. Dort hat das Blut Sauerstoff aufgenommen. Das ist sehr wichtig. Und wenn das Blut dann durch das Herz in andere Bereiche des Körpers kommt, wird dort der Sauerstoff verbraucht. „Zum Beispiel wenn wir uns bewegen, hüpfen und laufen”, sagte die Ärztin. Das Blut ohne Sauerstoff fließt zurück ins Herz - durch die anderen Kammern. Und dann fängt alles wieder von vorne an. „Das nennt man Herzkreislauf”, erklärte die Expertin.

Wie so ein Herz pumpt, konnten die Kinder im Klinikum mit einem speziellen Gerät beobachten. Es heißt Ultraschall-Gerät - ein sehr komplizierter Apparat. Man hält einen Griff, der ein wenig an ein Mikrofon erinnert, auf die Brust. Auf einem Bildschirm erscheint dann das schlagende Herz. Die Schulkinder durften das sogar selbst ausprobieren. Und auch Hannah hat ihr Herz auf dem Bildschirm des Ultraschallgeräts gesehen. „Es sieht richtig gut aus”, fand die Ärztin. Das freute auch Hannahs Eltern. In zwei Monaten feiern sie gemeinsam Hannahs vierten Geburtstag. Dank der Hilfe der Aachener Kinderherz-Experten.

Ein Verein sammelt für herzkranke Kinder

Die Kinder der Mäuseklasse haben sogar Taschengeld für die Kinderherz-Station des Aachener Klinikums gespendet. Sie sind Paten eines besonderen Vereins, dem sie helfen. Der nennt sich Kinderherz-Stiftung.

Die Menschen dieser Stiftung helfen deutschlandweit Krankenhäusern, die Kinder mit Herzfehlern operieren. Dafür sammeln sie Geld. In Aachen soll damit bald ein bewegliches Ultraschall-Gerät gekauft werden. Das ist nämlich sehr teuer. Die Mäuseklasse-Kinder haben vor kurzem sogar einen speziellen Kinderherz-Wald in Aachen eingeweiht. Auch damit soll Geld für herzkranke Kinder gesammelt werden. Jeder kann diese Aktion unterstützen.

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