Aachen - „Unionsbürgerschaft - mehr als Worte”

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„Unionsbürgerschaft - mehr als Worte”

Von: Amien Idries
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Aachen. Christian Heinz, Frankfurter auf Aachen-Besuch und bekennender Europäer, zeigte sich sichtlich überrascht: „Ich wusste ja, dass man als Bürger der Europäischen Union das Recht hat, in anderen EU-Ländern zu leben und zu arbeiten, aber, dass man am neuen Wohnsitz auch an Kommunal- und Europawahlen teilnehmen darf, das war mir neu.”

Diese Erkenntnis verdankt der Hesse der Informationskampagne „Unionsbürgerschaft - mehr als Worte, konkrete Rechte”, die mit ihrem Infostand am Holzgraben Station machte.

„Die Kampagne wurde von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben”, erläutert Rouven Klein vom veranstaltenden Verein „Bürger Europas”. „Der Sinn dieser Informationsoffensive ist es, das Bewusstsein der EU-Bürger für ihre Rechte zu stärken. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und die EU greifbarer zu machen.”

Erfolge der EU

Obwohl er kaum Bedarf an Europa-Nachhilfe haben dürfte, ließ sich auch Oberbürgermeister Jürgen Linden eine Stippvisite am Glaskubus nicht nehmen: „Als Oberbürgermeister einer europäischen Stadt, die Aachen nicht nur aufgrund seiner Grenzlage ist, halte ich es für meine Pflicht, die Menschen für Europa zu gewinnen.”

Dabei sei es, gerade wegen der Rückschläge im Hinblick auf den Lissabon-Vertrag, wichtig, die Erfolge der EU hervorzuheben. „Zu diesen Erfolgen gehören natürlich die Erleichterungen beim Reisen und der Arbeitsplatzsuche. Für viel wichtiger halte ich jedoch die Tatsache, dass die EU großen Anteil daran hat, dass wir Europäer seit mehr als 60 Jahren in Frieden und Freiheit leben.”

Auch Rouven Klein hebt die Errungenschaften der EU hervor, sieht sich am Infostand aber auch mit Bedenken der Bürger konfrontiert: „Bislang gab es gemischte Reaktionen. Vor allem die Blockade des Lissabon-Vertrags macht den Menschen Sorgen.”

Es gebe aber auch ganz konkrete Vorschläge. Ein in Essen lebender Brite schlug beispielsweise die Einführung eines europäischen Passes vor, um so die Identifikation mit Europa zu erhöhen. „Sowohl die Kritik als auch die Verbesserungsvorschläge werden direkt an die Europäische Kommission weitergeleitet”, versicherte Rouven Klein.

Im Haus Löwenstein

Was aber macht derjenige, der den Infostand verpasst hat? Muss er bis zur nächsten Infokampagne warten oder sogar bis nach Brüssel reisen, um seine Kritik loszuwerden? Keine Bange. Es reicht ein Gang zum Haus Löwenstein am Marktplatz. Dort hat nämlich das „Europe Direct Informationsbüro Aachen” seinen Sitz. Hier kann sich jeder Bürger kostenlos über die EU informieren sowie Sorgen, Lob und gute Ideen loswerden.

Oder man macht es so wie Christian Heinz: „Am Freitag gastiert der Infostand in Frankfurt. Dann bin ich wieder zu Hause und werde mir das noch mal anschauen.”

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