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Uniklinikum: Polizeieinsatz diente lediglich der Prophylaxe

Von: Margot Gasper und Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
Polizeieinsatz Uniklinikum
Um auszuschließen, dass ein 22-jähriger Festgenommener von seiner Familie befreit wird, zieht die Staatsanwaltschaft am Montagabend ein Großaufgebot der Polizei am Aachener Universitätsklinikum zusammen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Reine Prophylaxe, würden die Mediziner sagen. Denn der Großeinsatz der Polizei am späten Montagabend am Aachener Uniklinikum war eine „Vorsichtsmaßnahme“ und diente der Bewachung eines jungen Mannes, der am Nachmittag festgenommen worden war.

Das hat der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel, am Dienstag auf Anfrage erklärt.

Starke Kräfte, unter anderem der Einsatzhundertschaft, waren ab dem späten Nachmittag bis etwa gegen 22 Uhr an und in dem Großkrankenhaus im Einsatz gewesen. Informationen über die Hintergründe gab es am Abend zunächst aber nicht.

Keine konkreten Hinweise

Die folgten dann am gestrigen Dienstag: Im Mittelpunkt der Aktion habe ein 22-jähriger Deutscher gestanden, teilte Oberstaatsanwalt Muckel nun mit. Weil der 22-Jährige zu einem großen albanischen Familienclan gehören soll und weil laut Muckel eine „gewalttätige Befreiungsaktion“ durch Mitglieder des Clans nicht völlig auszuschließen war, zeigte die Polizei am Klinikum sehr massiv Präsenz. Schwerbewaffnete Polizisten standen vor dem Eingang der Notaufnahme, auf dem gesamten Krankenhausgelände kreisten Polizeifahrzeuge.

Erkenntnisse, dass eine solche Befreiungsaktion konkret geplant gewesen sei, hätten aber nicht vorgelegen, sagte Muckel. „Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Durch ausreichend Präsenz sollten mögliche Aktionen des Clans im Keim erstickt werden.“

Der 22-Jährige war am Montagnachmittag gegen 15 Uhr im Bereich des Tivoli in der Soers festgenommen worden. „Gegen ihn lag ein Haftbefehl des Amtsgerichts Aachen vor“, so Muckel. Vorgeworfen werden dem 22-Jährigen Körperverletzungsdelikte, Bedrohung, versuchte Nötigung und Urkundsdelikte. Um schwerkriminelle Straftaten sei es nicht gegangen. Die Festnahme habe auch nicht in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität gestanden, betonte der Oberstaatsanwalt.

Bei seiner Festnahme klagte der 22-Jährige über körperliche Beschwerden. Diese Beschwerden – auch das betonte Muckel – hätten nichts mit dem Zugriff der Polizei zu tun gehabt. Der Festgenommene wurde dann zur Untersuchung und Behandlung in die Uniklinik gebracht. Und ab da wurde aus der Festnahme eine ganz große Angelegenheit.

Offenbar aber nicht für Patienten, Besucher und Belegschaft des Klinikums selbst. „Da sich der ganze Vorfall nachts abgespielt hat, hielt sich die Aufregung in Grenzen“, berichtete Klinikumssprecher Matthias Brandstädter am Tag danach. Tagsüber hätte das wahrscheinlich anders ausgesehen, mutmaßte er. Aber so hätte es nur vereinzelte Anrufe und Nachfragen beim klinikumsinternen Callcenter gegeben. Schon in der Nacht habe sich der Krankenhausbetrieb wieder normalisiert, Auswirkungen auf die Abläufe in der Universitätsklinik habe es nicht gegeben.

Sicherheit nie gefährdet

„Die Polizeipräsenz galt ja einzig und allein der Sicherheit der Patienten und übrigen Menschen, die sich im Klinikum aufhalten. Und das haben wir auf Nachfrage auch so kommuniziert“, berichtete Brandstädter und fügte hinzu, dass die Sicherheit der Menschen im Klinikum zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei.

Sicher sei so ein Einsatz eine außergewöhnliche Situation, „aber für unser Personal ist Patient gleich Patient“, sagte der Leiter Stabsstelle Unternehmenskommunikation, das sei beispielsweise auch bei prominenten Patienten nicht anders. „Bei 50.000 Patienten in der Notaufnahme im Jahr sind unsere Mitarbeiter dort einiges gewohnt“, sagte Brandstädter.

Einigermaßen unspektakulär ging der Großeinsatz dann am späten Abend zu Ende. Gegen 22 Uhr wurde der 22-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt transportiert. Am Dienstag sollte der Haftbefehl verkündet werden.

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