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Ungewöhnliches Bauprojekt: Gefragt sind Gemeinsinn und Freundschaft

Von: Sarah Maria Frantzen
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Altbauten und das dahinter liegende Grundstück hat der Verein „Wohnsinn” in der Stephanstraße bereits erworben. Von links Frank Renkewitz, Werner Schmidt und Patricia Landwehr. Foto: Harald Krömer

Aachen. Am Anfang war es eine Idee im Freundeskreis, mittlerweile ist es ein Wohnprojekt geworden, für das im März die Bauarbeiten beginnen. In der Stephanstraße hat der eigens zu diesem Zweck gegründete Verein „Wohnsinn” zwei Altbauten und das dahinter liegende Grundstück erworben. Dort wird es bald selbstorganisierte Mietshäuser in Gemeinschaftseigentum geben.

„In dem Neubau, der in Passivhaustechnologie errichtet wird, werden zwölf barrierefreie Wohnungen Platz finden”, sagt Angelika Hildersperger von Wohnsinn.

„Sieben davon werden Sozialwohnungen.” Zudem sind eine Dachterrasse, ein Garten und eine Cafeteria mit Partyraum geplant, die allen Mietern zur Verfügung stehen. Für die Altbauten hat der Verein die Hausverwaltung übernommen. „Später sollen diese Wohnungen saniert werden”, so Hildersperger.

Mit dem Wohnprojekt will der Verein preisgünstigen Wohnraum in der Innenstadt schaffen. Vor allem die Nebenkosten sollen durch die Passivhaustechnologie sehr gering sein.

Die Mieter können Haus und Gelände gemeinsam gestalten und entscheiden, mit wem sie unter einem Dach wohnen wollen. Wenn es nach den Vereinsgründern geht, sollen Menschen unterschiedlichsten Alters und Einkommens in dem Wohnprojekt aufeinander treffen.

Alle Mieter müssen in den Verein, der derzeit 18 Mitglieder hat, eintreten und sich engagieren. Wer keine Lust auf Gemeinschaft hat, ist in dem Wohnprojekt an der falschen Adresse. Finanziert wird das Projekt über Kredite.

„Es war nicht leicht, die Finanzierung für dieses ungewöhnliche Modell, für dieses sehr gemischte Wohnprojekt, auf die Beine zu stellen”, erklärt Birgitta Hollmann vom Vereinsvorstand. 1,86 Millionen Euro wird das Wohnprojekt kosten.

75 Prozent werden über einen Bankkredit und Förderprogramme für Sozialwohnungen finanziert. Die übrigen 25 Prozent müssen die Vereinsmitglieder über Direktkredite stemmen.

Freunde, Bekannte und die Vereinsmitglieder selber haben in das Projekt investiert und werden für diese Anlage drei Prozent Zinsen erhalten.

„Lieber 100 Freunde im Rücken als eine Bank im Nacken”, sagt Hollmann zu diesem Finanzierungsmodell. Allerdings wird sich der Verein immer wieder um neue Direktkredite kümmern müssen, wenn ein Investor sein Geld einschließlich der Zinsen zurückbekommen möchte. In gut 30 Jahren sollen alle Kredite getilgt sein.
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