Und plötzlich stehen Keller und Straßen unter Wasser

Von: Gerald Eimer
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Land unter an der LintertstraÀ
Land unter an der Lintertstraße: Auch dort musste die Feuerwehr die Pumpen anwerfen, um nach dem Starkregen die Straße wieder frei zu kriegen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Zur besten Kaffeezeit war es vorbei mit der Ruhe: Kurz vor 15 Uhr zog am Sonntag die erste von mehreren Gewitterfronten mit Starkregen über Aachen hinweg, die der Feuerwehr reichlich Arbeit bescherte.

Knapp 60 wetterbedingte Einsätze hatten Berufsfeuerwehr und die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr nach Angaben von Einsatzleiter Marcus Mehlkop bis zum frühen Abend zu absolvieren. Zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen vor allem im Stadtzentrum voll Wasser. Viele Straßen wurden überflutet und Kanaldeckel hochgespült.

Betroffen waren auch die südlich gelegenen Bereiche der Stadt. Am Brüsseler Ring spülten die Wassermassen Dreck und Schlamm auf die Fahrbahn, die von den Einsatzkräften beseitigt werden mussten. Ein Fahrzeug blieb liegen und musste von der Feuerwehr herausgeschoben werden. Auch am Madrider Ring stand eine Kreuzung unter Wasser, an der Lintertstraße bildete sich eine kleine Seenlandschaft, die ebenfalls erst durch Einsatz von Pumpen beseitigt werden konnte.

Am Adamshäuschen wurde ein Blitzeinschlag gemeldet. Die Kontrolle mit einer Wärmebildkamera ergab jedoch, dass wohl doch kein Schaden entstanden ist. Ebenfalls auf einen Blitzeinschlag ist vermutlich der Fehlalarm durch eine automatische Brandmeldeanlage an der Debyestraße zurückzuführen.

Insgesamt waren den Tag über sieben Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr und die Berufsfeuerwehr mit gut 100 Einsatzkräften damit beschäftigt, die zahlreichen Einsatzorte anzusteuern und Wasserfluten oder Schlammmassen zu beseitigen.

Ebenfalls aufs Wetter führt die Polizei einen Unfall auf der Niederforstbacher Straße bei Eich zurück, bei dem eine 43-jährige Frau leichte Verletzungen erlitt. Auf regennasser Fahrbahn kam sie kurz nach 16 Uhr in einer Rechtskurve mit ihrem Opel Zafira ins Rutschen. Der Wagen blieb im Graben auf der Seite liegen. Die Fahrerin konnte sich nach Polizeiangaben selbstständig befreien, sie erlitt unter anderem Schnittwunden.

Lokal stark begrenzt

Der Deutsche Wetterdienst gab bis in die Abendstunden weitere lokale Unwetterwarnungen heraus - wobei die spürbaren Folgen höchst unterschiedlich waren. So wurden an der Aachener Wetterwarte in Orsbach am Nachmittag innerhalb einer Stunde nicht mehr als zehn Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen - nichts Dramatisches. Örtlich sollen jedoch auch weit über 25 Liter in einer Stunde niedergegangen sein. Die lokal stark begrenzten Gewitter haben diesmal offenbar vor allem das Zentrum der Stadt getroffen.

Mit einer Luftfeuchte von rund 97 Prozent ist es den ganzen Tag über sehr schwül gewesen, die Temperaturen sind hingegen kaum über 25 Grad hinausgeklettert. Für Montag Nachmittag sind weitere Gewitter angekündigt, jedoch nicht mehr so kräftige wie am Sonntag.
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