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Und noch ein Aachener in der Regierung

Von: Alfred Stoffels
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Staatssekretär Wilhelm Schäffer aus Aachen erhielt die Urkunde von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Foto: Ralph Sondermann

Aachen. „Totgesagte leben länger”, sagt Dr. Wilhelm Schäffer, infolgedessen macht er sich wenig Sorgen um seinen Arbeitsplatz. Dabei hat der 56-Jährige seit kurzem ein Amt inne, das weithin als klassischer Schleudersitz gilt.

Der gebürtige Aachener ist Staatssekretär im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales - und damit prominentes Mitglied der rot-grünen Minderheitsregierung. Deren Verweildauer als schwer zu prophezeien gilt.

Sozialdemokrat Schäffer hält sich da lieber an den Koalitionsvertrag, „und der ist auf fünf Jahre angelegt”. SPD und Grüne seien gewillt, bis zum Ende der Legislaturperiode zusammenzubleiben, und die Chancen ständen gut, dass es so kommen werde. Vor allem dann, wenn die Opposition nicht ganz so fundamental ausfalle wie angekündigt. Im Übrigen werde die fehlende Stimme im Landtag für „ein ganz neues Demokratieverständnis” sorgen, was ziemlich erfreulich sei.

Schäffer, verwaltungserfahren und seit Jahren mit der Materie vertraut, ist quasi der Amtschef im von Guntram Schneider geleiteten Ministerium, insbesondere zuständig für Arbeitsmarkt und Sozialpolitik. „Eine schwere Aufgabe”, sagt er, „aber auch eine spannende, denn diese Dinge stehen im Brennpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung.”

Mittlerweile lebt Schäffer mit Frau und Sohn in Jülich, aber die Verbundenheit mit „der guten alten Heimat” ist geblieben. Gemeint ist damit Aachen, wo er regelmäßig zu Besuch ist und immer noch viele Freunde hat - „eine Schande, dass man unter so eine Stadt keine Rollen machen und sie nicht mitnehmen kann”.

Schäffer wuchs im Frankenberger Viertel auf, machte 1973 Abitur am Couven-Gymnasium, studierte Wirtschaftswissenschaften an der RWTH. Nach einem längeren Gastspiel an der Uni Mainz kam er zurück an die TH, wo er promovierte und sieben Jahre lang wissenschaftlicher Angestellter war. Die weiteren beruflichen Stationen: Abteilungsleiter im DGB-Landesbezirk NRW, Gruppen- und Abteilungsleiter im Arbeitsministerium. Seit Mitte Juli Staatssekretär dortselbst.

Er habe sich sehr gefreut, als man ihn gefragt habe („um eine solche Position bewirbt man sich nicht, die wird einem angetragen”). Und schön sei natürlich auch, dass nun zwei Aachener „im engeren Umfeld” der Ministerpräsidentin wirkten, außer ihm noch der neue Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger - „er hat ja einen anderen Weg genommen, das war ein wirklich nettes Wiedersehen”. Die beiden kennen sich seit langen Jahren, Voigtsberger war unter anderem Ratsherr in Aachen.

Chef der Staatskanzlei ist Franz-Josef Lersch-Mense, 1952 in Eschweiler geboren. Er machte 1972 Abitur am Einhard und studierte fünf Jahre an der TH. Irgendwie auch ein Öcher.
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