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Und künftig wacht die Vogelspinne

Von: gei
Letzte Aktualisierung:
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Schwer mitgenommen: Der von Unbekannten aus dem Tierpark geklaute Tresor ist im Stadtwald aufgefunden worden. Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf begutachtet die Schäden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Seinen Humor hat Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf nach dem dreisten Tresorklau nicht verloren. Er werde den nächsten Tresor in ein Giftschlangenterrarium einbauen, kündigte er an. Und drinnen werde eine „schlecht gelaunte Vogelspinne” lauern.

Seinen Tieren scheint Graf-Rudolf inzwischen jedenfalls mehr zuzutrauen, als modernsten technischen Sicherheitssystemen. Verständlich: Denn selbst eine ausgeklügelte Alarmanlage samt Bewegungsmelder mit direktem Draht zu einer Sicherheitsfirma hat die Diebe nicht davon abhalten können, einen gut 350 Kilogramm schweren Safe aus dem Kassenhäuschen des Tierparks zu klauen.

Wie berichtet, sind die Täter dabei in der Nacht zum Donnerstag mit schwerem Gerät und brachialer Gewalt vorgegangen. Eine Wand wurde zielgenau aufgestemmt, der Tresor durch eine angrenzende Voliere bis zum Parkplatz geschleift und von dort offenbar in den nahen Stadtwald abtransportiert, wo er noch am gleichen Abend von einem Kind zufällig entdeckt wurde.

Bis Freitag war die Polizei mit der umfangreichen Spurensicherung am Wildparkweg gleich hinter dem Waldfriedhof beschäftigt. Die Bodenplatte des Safes sei aufgeflext, der Beton rausgeschlagen worden, teilt Polizeisprecherin Sandra Schmitz mit. Was die Täter nicht brauchen konnten, haben sie offenbar zurückgelassen. Sie sollen es vor allem auf Geld abgesehen haben. Zur Höhe der erbeuteten Summe macht die Polizei keine Angaben.

Noch laufe die Auswertung der Spuren, sagt Schmitz. Dabei soll auch ermittelt werden, ob es Parallelen zu anderen Einbrüchen dieser Art gibt. Konkrete Hinweise auf die Täter gebe es bisher nicht.

Derweil spricht Tierparkchef Graf-Rudolf von vielen Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten, die ihm zu denken geben. Zu Details will er sich nicht näher äußern, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Komisch sei aber auch, dass kein Anwohner etwas von den nächtlichen Vorgängen am Tierpark gehört hat, obwohl sogar Maschinen im Einsatz waren. Auch müssen die Täter beste Ortskenntnisse haben.

2,52 Euro sind noch da

Den wieder aufgefundenen schweren Tresor hat Graf-Rudolf am Freitag aus dem Wald zurück in den Tierpark transportieren lassen. Exakt 2,52 Euro hätten die Täter neben einigen anderen Unterlagen darin noch zurückgelassen. Wichtiger wäre ihm aber, die beiden Vögel wiederzufinden, die nach dem Einbruch das Weite gesucht haben. Auch am Freitag fehlte von dem Glanzfasan und dem Beo jede Spur.

Graf-Rudolf hofft noch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Aber selbst wenn die Vögel gesichtet werden, wird es schwer genug, sie wieder einzufangen. Eine Überlebenschance in freier Wildbahn hätten sie nicht.
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