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Und Italien feiert doch - beim Sommerkonzert

Von: HeikeNelsen-Minkenberg
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Solist Felix Giglberger meiste
Solist Felix Giglberger meistert die schwierige Partie im 3. Satz des Violinkonzerts h-moll von Paganini beim Sommerkonzert des Kammerorchesters Aachen virtuos. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Draußen ist endlich Sommer - und trotzdem schaffte es das Aachener Kammerorchester am Sonntagmorgen, den Ballsaal im Alten Kurhaus komplett zu füllen. Immer wieder wurden neue Stuhlreihen aufgestellt, Zuhörer um Zuhörer in den Gang gesetzt - bis kurz vor 11 Uhr wirklich niemand mehr reinpasste.

Für den Tag des Fußball-EM-Finales hatte das Sommerkonzert ein gewagtes Motto: Eine „Mattinata Italiana”, ein italienischer Morgen sollte es werden. Nun ja, auch wenn der Abend für die Italiener weniger erfolgreich werden sollte - der Vormittag mit italienischer Musik war es umso mehr.

Das Aachener Kammerorchester hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch unbekannteren Kompositionen des 20. Jahrhunderts, die seltener aufgeführt werden, Gehör zu verschaffen. Das mag für die Pulcinella-Suite von Strawinski gelten, die geschickt von Pergolesis Violinkonzert B-Dur und Paganinis „La Campanella” umrahmt wurde. Denn auch Strawinskis Vorlage für die Pulcinella soll aus Pergolesis Feder stammen.

Das glaubte der Russe zumindest, als er die Suite 1920 schrieb. Allerdings saß er einem Schwindel auf - die Vorlage war eine Fälschung, stammte gar nicht von Pergolesi. Deshalb ließ das Kammerorchester es sich natürlich nicht nehmen, eines der wenigen „echten” Pergolesi-Konzerte mit ins Programm zu nehmen.

Reinmar Neuner, der das Aachener Kammerorchester seit 1984 leitet, führte die Musiker bedächtig - manchmal vielleicht etwas sehr bedächtig, wie in der Serenata aus Strawinskis Werk. Eine sehr romantische Interpretation, die der Dirigent aber auch immer wieder mit lebhaften Passagen kontrastierte.

Höhepunkt des Konzerts war aber mit Sicherheit der 3. Satz des Violinkonzerts h-moll von Paganini. Solist Felix Giglberger, Konzertmeister des Sinfonieorchesters Aachen, meisterte die schwierige Partie virtuos, mit absoluter spielerischer Leichtigkeit.

Immer wieder gab er mit seiner Violine das Tempo vor, trieb das Orchester an - das hier problemlos mithalten konnte. Diese Leistung brachte den Musikern Standing Ovations zur Pause ein.

Aber auch das Publikum hat ein großes Lob verdient. Sämtliche Altersklassen waren vertreten: Senioren, Familien, sehr viele Kinder - die mucksmäuschenstill der Musik lauschten. Davon kann sich so mancher Opernbesucher eine Scheibe abschneiden.

Es war ein rundum gelungenes Sommerkonzert, das mit Mendelssohn-Bartholdys „Italienischer Sinfonie” einen schönen Abschluss fand.
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