Und das zur Weihnachtszeit: Händler beklagen Baustellen

Von: Werner Breuer
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Besorgte Geschäftsleute:Anette Forré,Karin Zilt,Gerd Stybor,Jürgen Mai,Jörg Kreus,Karin Luhn, Andrea Coenjaerts (v. l.) fürchten wegen Baustellen um ihr Weihnachtsgeschäft. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Accessoires für Optimisten“ verkauft Anette Forré in ihrem „Frohnatur“-Laden an der Kockerellstraße, aber der eigene Optimismus der Geschäftsfrau wird derzeit arg geprüft. Sie fürchtet um ihre Existenz, weil Baustellen die potenzielle Kundschaft vom Einkauf fernhalten.

Diese Sorge teilt sie mit Einzelhändler-Kollegen aus der Nachbarschaft. Dabei wühlen sich momentan gar keine Bagger durch die Kockerellstraße. Gebuddelt wird in der Johannes-Paul-II.-Straße vor der Domschatzkammer und an der Kreuzung Templergraben/Wüllnerstraße/Eilfschornsteinstraße. „Wir sind eingekeilt“, beklagt Anette Forré. Wegen der Arbeiten am Templergraben sei die Kockerellstraße kaum zu erreichen, meint Jürgen Mai vom Sportgeschäft Gruber.

Denn der Weg führe üblicherweise über die Ringe und die Eilfschornsteinstraße hinunter zum Annuntiatenbach. Sei diese Route versperrt, müssten die Kunden „schon sehr ortskundig sein“, um über Königstraße und Lindenplatz oder auch Jakobstraße und Judengasse anzureisen.

Am anderen Ende der Kockerellstraße machen die Händler ein weiteres Hindernis aus: Weil in der Johannes-Paul-II.-Straße gebuddelt wird, bleibt nur ein schmaler Durchgang für Fußgänger in Richtung Kockerellstraße. „Fußgängerströme sind wie Wasser“, glaubt Gerd Stybor vom Spielwarengeschäft „Villa Kunterbunt“, Baut man ihnen ein Hindernis in den Weg, suchen sie sich andere Routen – und die führen dann nicht mehr in die Kockerellstraße.

Bei den dortigen Geschäftsleuten klingen die Alarmglocken deshalb besonders laut, weil für sie die wichtigsten Wochen des Jahres vor der Tür stehen. „Ich brauche das Weihnachtsgeschäft“, sagt Anette Forré. Das hat sie auch Oberbürgermeister Marcel Philipp geschrieben, direkt am Montag. Da hatte sie gerade die Baustellenabsperrung am unteren Ende der Eilfschornsteinstraße gesehen und sich die Auswirkungen für ihr Geschäft ausgemalt.

Die beträfen die „zwei umsatzstärksten Monate des Jahres“, teilte sie dem OB mit. Der hat noch weitere Post und auch Anrufe aus der Kockerellstraße bekommen, weil die Sorgen groß sind. Bei Sport Gruber rechnet man mit Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent. Gerd Stybor macht in seiner Villa Kunterbunt einen großen Teil seines Umsatzes im Weihnachtsgeschäft. Falle der nicht entsprechend aus, „dann kann ich einpacken“.

Diese Sorgen nimmt die Stadt durchaus ernst. „Ich habe schon einen Gesprächstermin mit den Geschäftsleuten vereinbart“, erklärt Regina Poth, Abteilungsleiterin Straßenbau bei der Stadtverwaltung. Dann kann sie ihnen erklären, dass die Fahrbahnarbeiten an der Ecke Templergraben/Eilfschornsteinstraße in zwei Wochen beendet sein sollen. Und die Pflasterarbeiten in der Johannes-Paul-II.-Straße sind sogar schon Ende dieser Woche erledigt.

Allerdings bleibt ein Schacht für die unterirdische Kanalarbeiten der Stawag noch bis Mitte Dezember erhalten. Und zudem sollen die Straßenbauarbeiten im weiteren Verlauf zwischen Ritter-Chorus-Straße und Jakobstraße fortgesetzt werden. Während des Weihnachtsmarktes wird das zwar nicht gerne gesehen, weiß auch Regina Poth, aber die Zeit drängt, weil das Karlsjahr naht. Die Arbeiten im Pfalzbezirk müssen Ende April 2014 abgeschlossen sein.

Mit den Geschäftsleuten an der Johannes-Paul-II.-Straße hat die Stadt einen Konsens erzielt: Es bleibt ein 4,50 Meter breiter Gehweg frei, und der Bauzaun wird „adventlich gestaltet“.

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