Aachen - Umjubelte Premiere: Robin Hood im Theater 99

Umjubelte Premiere: Robin Hood im Theater 99

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:
Armes Volk gegen verhassten He
Armes Volk gegen verhassten Herrscher: Im Theater 99 wird die Sage um Robin Hood zum charmanten Spiel mit viel Humor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Vor Beginn der neuen Hausproduktion wurden die zahlreichen Besucher im Theater 99 bereits mit Musik und Gesang eingestimmt: auf ein opulentes Schauspiel um den mythischen Räuber Robin Hood im mittelalterlichen England. Im grünen Sherwood Forrest soll sich der von König Johann verfemte Adlige aufhalten, doch keiner will ihn gesehen haben.

Während der Bruder von Richard Löwenherz, der verhasste Johann „ohne Land”, sich auf dem Lotterbett mit seiner Maitresse Isabella vergnügt, zeigt die urige Kneipenszene Leute aus dem (verarmten) Volke wie den ruppigen Little John, der als „vogelfrei” gilt, nachdem ihm sein Hof von König Johann genommen wurde. Beim Volk herrscht „große Not, auf dem Tische fehlt das Brot”, so heißt es hier im Lied.

Als der Büttel des Sheriffs eintrifft, versteckt die ebenso hübsche wie patente Schankfrau Scarlett den verbitterten Little John unter den Bohlen des Wirtshauses. Ein neuer Gast fällt auf: Alan vom Tal (im flotten Outfit und mit kessem Jägerhütchen) stellt sich vor als „Lautenschläger, Minnesänger, Possenreißer, Magier”. Aber auch als Frauenversteher macht der Fremde eine gute Figur.

Alan bleibt eine geheimnisvolle Figur. Er und Scarlett ziehen sich immer wieder auf einen mächtigen gefällten Baum zurück, von wo sie nicht nur alles beobachten, sondern auch ins Geschehen eingreifen können. Der legendäre Robin Hood, den es wohl nie gab, wird von ihnen „erschaffen” - mal wird die beherzte Scarlett im grünen Jägerlook als Robin verfolgt, mal ist es Alan, der in die Haut des gerechten Rächers schlüpft. Und hautnah kann das begeisterte Publikum den köstlichen Irrungen und Wirrungen am Hofe, im Walde oder im Wohnsitz des gemeinen Lord-Sheriffs verfolgen.

Charmantes Spiel mit viel Humor

Der wiederum wird von der gellenden Stimme seiner dominanten Mutter verfolgt. Solche und andere witzige „Randerscheinungen” geben dem charmanten Spiel viel Humor und Pfeffer, besonders wenn schließlich noch die liebreizende Lady Marian die Männer verwirrt. Die unverzichtbare Rolle wird von Sophie-Charlotte Kröhnert gespielt, die auch für Buch und Regie zu loben ist.

Michael Kröhnert gefällt als Alan vom Tal, der in einer hinreißenden Wendung einen Toten zu neuem (Ehe)leben erweckt. Kröhnert sind auch Grafik, Bühnenbild, Tricks und Requisiten zu verdanken. Bezaubernd und keck: Silvia Möller als gescheite Schankfrau Scarlett. Gut austariert spielt Thorsten Schumann den schwachen König Johann, der ganz im Schatten seines Bruders steht, des eigentlichen Königs und Kreuzritters Richard Löwenherz.

Kokett, sehr weiblich und auch anrührend wirkt Johanns Mätresse Isabella, fein gespielt von Andrea Müllejans. Kraftvoll überzeugend Markus Hesterkamp (auch Gesang) als vogelfreier Little John. Jugendlich scheu und mutig zugleich Daniel Dericum als Mitch, der Müller. Norman Aretz als hinterlistiger Sheriff überzeugt ebenso wie Oliver Steinhauer als sein Büttel Gisbourne. Thomas van Gent füllt die Rolle des klugen und humorvollen Bruders Tuck wunderbar menschlich aus.

Die schönen wie originellen Kostüme sind Liuba Ivanowa und Anja Setzen zu verdanken. Die famose „alte” Musik wurde von Ricarda Schumann (auch Flöte und Gesang) komponiert, an der Gitarre imponiert Sven Nordmann und Markus Hesterkamp auch mit Gesang. Am Ende gibt es vitale Stockkämpfe, virtuelles Bogenschießen und etliche Überraschungen. Begeisterten Applaus gibt es vom Publikum, darunter auch ein kleiner Junge im passenden Holzfällerhemd, der sich in die Baumkulisse wagte.

Termine im Dezember und Karten-Telefon

Weitere Aufführungen von „Robin Hood” nach „A Gest of Robyn Hode” und diversen Sagen und Balladen im Theater 99, Gasborn 9-11, gibt es am 9.,10. und 11. sowie am 16.,17. und 18. Dezember. Freitags und samstags ist Beginn jeweils um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Auch im Januar gibt es noch Vorstellungen. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt acht Euro.

Kartenreservierungen unter Tel. 0241/27458 oder im Internet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert