Aachen - Umbaupläne: Verjüngungskur für die Saunalandschaft

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Umbaupläne: Verjüngungskur für die Saunalandschaft

Von: Gerald Eimer
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In die Jahre gekommen: Um im Wettbewerb mit anderen Sauna- und Badeparadiesen bestehen zu können, sollen gut sechs Millionen Euro in die Carolus-Therme investiert werden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Zeit für eine Verjüngungskur ist knapp 14 Jahre nach der Eröffnung der Carolus-Therme offenbar gekommen. Sowohl im Aufsichtsrat der städtischen Kur- und Badegesellschaft (Kuba) als auch in den Fraktionen wird derzeit intensiv über eine Sanierung und Attraktivierung des Sauna- und Badetempels an der Passstraße diskutiert.

Wichtigste Frage: Wie können die Millionen gestemmt werden, die der Umbau verschlingen wird.

Dass investiert werden muss, steht bei den Verantwortlichen außer Frage. Einerseits ist es der Zahn der Zeit, der an der rund ums Jahr geöffneten Einrichtung nagt, andererseits ist es aber auch die Konkurrenz, die niemanden ruhen lässt. „Freizeitanlagen müssen immer wieder etwas Neues anbieten, damit die Gäste wiederkommen“, sagt Gabriele Wiese, kaufmännische Leiterin der Kuba.

Mit jährlich rund 355.000 Besuchern liege die Therme weiterhin in einem guten Schnitt, erklärt sie und betont: „Die Therme ist in einem Top-Zustand.“ Allerdings erfordere es auch weitere Anstrengungen, diesen „Top-Zustand“ zu halten. Und dies gilt erst recht, seitdem in Euskirchen ein riesiges und hochmodernes Badeparadies heranwächst.

Die Sorge ist groß, dass sich künftig vor allem Gäste aus dem Dürener Raum umorientieren könnten, macht auch Kuba-Aufsichtsratschef und CDU-Ratsherr Ernst-Rudolf Kühn deutlich. „Wir haben ein großes Einzugsgebiet im Dürener Raum“, sagt er, „dort werden sich die Leute demnächst für Aachen oder Euskirchen entscheiden.“ Nicht nur Kühn will viel dafür tun, dass sie weiterhin nach Aachen kommen.

So haben bereits vor zwei Jahren erste Vorüberlegungen für Nachbesserungen der Carolus-Therme begonnen. Vor allem den stark gefragten Saunabereich habe man im Blick, da sich gerade in diesem Markt viel verändert habe, sagt Wiese. Während der typische Saunagast vor Jahren noch den lauschigen Rückzugsort in Blockhausatmosphäre geschätzt hat, liebt er es heute eher offen mit großen Glasfronten. Darauf müsse man reagieren, meint Wiese, schließlich würde man die Besucherzahlen gerne auf mindestens 385.000 jährlich hochschrauben.

Detailplanungen für einen Umbau liegen zwar noch nicht vor, doch im ersten Schritt sind für die Erneuerung der Saunalandschaft gut fünf bis sechs Millionen Euro veranschlagt. Der Thermalbereich genüge hingegen noch den heutigen Ansprüchen und müsse vorerst nicht großartig verändert werden.

Zumindest in den Mehrheitsfraktionen CDU und SPD deutet derzeit alles darauf hin, dass sie trotz angespannter Haushaltslage spätestens 2016 die benötigten Millionen für eine Erneuerung bereitstellen wollen. Denn wenn sich die Gäste einmal abgewendet haben, werde es um so teurer, sie wieder zurückzugewinnen, sind die Fachpolitiker überzeugt.

Allerdings müssen auch sie angesichts der Summe, die investiert werden soll, schwer schlucken. Immerhin müssen die Steuerzahler über den städtischen Haushalt auch jetzt schon jährlich rund 1,5 Millionen Euro für Kreditzinsen zuschießen. Ihre Betriebskosten kann die Carolus-Therme hingegen selbst erwirtschaften.

Kostenträchtige Schließzeit

Eine längere Schließzeit für die Zeit des Umbaus dürfte der Einrichtung durchaus schwer zu schaffen machen, wie Kühn deutlich macht. So ziehe die alle zwei Jahre fällige Grundreinigung mit einer knapp einwöchigen Schließzeit stets einen Einnahmeausfall von rund 120.000 Euro nach sich. Da kann man sich leicht ausrechnen, welche Summe der Therme während des Umbaus des Saunabereichs, die mit drei bis vier Monaten angesetzt ist, verlorengeht.

Die Stadt müsste demnach nicht nur rund sechs Millionen Euro für den Umbau aufbringen, sondern auch noch einen Umsatzrückgang von bis zu zwei Millionen Euro auffangen.

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