Aachen - Umbau Lütticher Straße bleibt umstritten

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Umbau Lütticher Straße bleibt umstritten

Von: Gerald Eimer
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Die Lütticher Straße soll umgebaut werden. An den Plänen haben Mitglieder einer Bürgerinitiative aber einiges auszusetzen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Vor dem bevorstehenden Umbau der Lütticher Straße gönnt sich die Politik eine Extrarunde: Die Entscheidung über den ersten Bauabschnitt zwischen Schanz und Körnerstraße in Höhe des Jüdischen Friedhofs sollte eigentlich morgen im Mobilitätsausschuss fallen, sie wird nun aber auf die Januarsitzung vertagt. „Damit bleibt Zeit, sich mit einigen Argumenten noch mal genauer auseinanderzusetzen“, sagt Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses.

Das werden Vertreter einer Bürgerinitiative gerne hören, die an den von der Verwaltung jetzt vorgelegten Umbauplänen einiges auszusetzen haben. „Wir brauchen hier keinen Prachtboulevard und keine Luxusstraße“, sagt etwa Günter Hülsen, einer der Sprecher der Initiative, „wir brauchen nur eine neue vernünftige Fahrbahn.“ Per E-Mail haben sie die Verkehrspolitiker um eine Vertagung des Themas gebeten, nachdem bereits die Bezirksvertreter von Aachen-Mitte weiteren Beratungsbedarf angemeldet und ihre Bauempfehlung vertagt hatten.

Wie umstritten das Umbauvorhaben Lütticher Straße ist, hat schon eine Bürgerinformation vor drei Jahren gezeigt: Damals seien die unterschiedlichsten Interessen der Anwohner aufeinandergeprallt, erinnern sich übereinstimmend Axel Costard vom Presseamt und Verkehrspolitiker Jahn: Die einen wollten mehr Bäume, andere forderten den Erhalt der Parkplätze, wieder andere mehr Sicherheit für Radfahrer.

„Wir müssen die unterschiedlichen Argumente abwägen“, sagt Jahn. Ziel sei es, die Aufenthaltsqualität an der Lütticher Straße zu verbessern und allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden.

Derweil hat die Bürgerinitiative um Günter Hülsen und Luzie Leibenguth klare Vorstellungen: Sie wollen den geplanten Wegfall von Parkplätzen verhindern, fordern den Erhalt der Ampel an der Limburger Straße und sprechen sich gegen dem Umbau des Wendehammers Körnerstraße aus. Sie zweifeln zugleich an, dass die geplante Fahrbahnbreite (fünf Meter) für die Verkehrsabwicklung ausreiche und kritisieren außerdem die Steigerung der veranschlagten Umbaukosten von zunächst 2,9 Millionen (2009) auf aktuell 4,9 Millionen Euro.

„Wir fürchten, hinters Licht geführt zu werden und kritisieren, dass wir nicht eingebunden werden“, sagt Hülsen. Die Umbauplanungen – auch für den weiteren Bauabschnitt bis zum Brüsseler Ring – seien intransparent, Argumente der Initiative seien von der Verwaltung weder gehört noch berücksichtigt worden.

Diesen Vorwurf weist Costard zurück. Es gebe viele verschiedene Interessen, die die Verwaltung zusammenführen müsse. „Die Anwohner haben da sehr unterschiedliche Positionen“, sagt er. Er ist überzeugt, dass die Bürger am Ende sehr zufrieden mit der umgestalteten Lütticher Straße sein werden.

Die Leistungsfähigkeit der Straße bleibe erhalten, sagt er. Aus Sicht der Verkehrsexperten gehöre die Lütticher Straße zu den „gering belasteten Radialen“, weshalb eine Fahrbahnbreite von fünf Metern als ausreichend angesehen wird.

Geplant ist ferner, größere Warteflächen an den Bushaltestellen zu schaffen, die Gehwege zu verbreitern, Sicherheitsstreifen für Radfahrer anzulegen und das bislang verbreitete wilde Parken einzudämmen. Lärmmindernder Straßenbelag soll die Nerven der Anwohner schonen. Und nicht zuletzt sollen möglichst viele Bäume erhalten werden. Am Ende müssen vermutlich 13 Bäume abgeholzt werden, dafür sollen 19 neue gepflanzt werden. Kontakt mit dem Baumschutzbündnis soll bereits aufgenommen worden sein.

Baubeginn zur Jahresmitte

Und nun bleibt den Politikern also auch noch Zeit für Gespräche mit der Bürgerinitiative. „Wenn es neue Argumente gibt, werden wir uns damit beschäftigen“, sagt Jahn. Klar sei aber, dass nicht alle Vorstellungen eins zu eins umgesetzt werden könnten – zumal die Bürgerinitiative offenbar nur einen Teil der Anwohner repräsentiere. Die Umbau-Entscheidung müsse wegen der bereitstehenden Fördermittel im Januar fallen. Mit dem Baubeginn ist frühestens Mitte nächsten Jahres zu rechnen.

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