Umbau Lütticher Straße: Anwohner wollen Parkplätze statt Bäume

Von: Werner Czempas
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Beim Umbau der Lütticher Straße sollen im ersten Bauabschnitt zwischen Körnerstraße und Schanz 13 Bäume gefällt und 19 neu gepflanzt werden. Die Anwohner fürchten indes den Wegfall von zu vielen Parkplätzen. Nun soll ein „vernünftiger Ausgleich“ zwischen Parkraum und Grün angestrebt werden. Foto: Sophie Feggeler

Aachen. Der Ausbau der Lütticher Straße in einem ersten Abschnitt zwischen Schanz und Körnerstraße (Jüdischer Friedhof) steht in den politischen Gremien zur Entscheidung an. Weshalb die SPD-Ratsfraktion erneut das Gespräch mit den Bürgern suchte. Und viele, viele kamen. Trotz widriger Schneeverhältnisse war der kleine Saal der SPD-Fraktion im Verwaltungsgebäude Katschhof am Dienstagabend mit knapp 40 Bürgern gesteckt voll.

Die Bürgerinitiative Lütticher Straße hatte in einem vierseitigen Papier noch einmal ihre Sorgen, aber auch ihre Anregungen zusammengefasst. Regina Poth, städtische Abteilungsleiterin Straßenbau, erläuterte den Stand des Verfahrens und beantwortete jede Menge Fragen.

Alle hörten wechselseitig den jeweiligen Argumenten aufmerksam zu, so dass die beiden Moderatoren, die SPD-Ratsherren Michael Servos als verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion und der für den Wahlbezirk zuständige und im Viertel wohnende Manfred Bausch die zweistündige Runde als gelungenen Dialog Bürger-Politik-Verwaltung verbuchen konnten. „Vor dem zweiten Bauabschnitt treffen wir uns wieder“, versprachen beide.

Nach engagierter Diskussion fasste Manfred Bausch die zwischen Bürgern und SPD unstrittigen Punkte zusammen: Auf der Lütticher Straße bleibt es bei Tempo 50, am Eck Körnerstraße/Limburger Straße wird ein neuer Platz angelegt, die Linksabbiegerspur in die Limburger Straße bleibt, beim Thema Bäume wird ein „vernünftiger Ausgleich“ zwischen nötigen Parkplätzen und erstrebenswertem Grün angestrebt.

Gerade zu den Parkplätzen merkte die Initiative an, die Wohnqualität eines Viertels definiere sich „nicht nur über Bäume am Straßenrand, sondern auch über ausreichende Parkplätze für die Anwohner“. Im 340 Meter langen ersten Bauabschnitt sollen 13 Bäume gefällt und 19 neu gepflanzt werden. Die Bürger befürchten, zu viele Parkplätze müssten wegfallen. Die Zahl sei ohnehin gefährdet durch die im unteren Straßenbereich an der Schanz geplante Außengastronomie und den Wegfall von 45 Privatparkplätzen vor dem Bunker, in den ein Discounter einziehe.

„Wollen Sie lieber mehr Bäume oder wollen Sie lieber mehr Parkplätze?“, fragte Ratsherr Michael Servos in die Bürgerrunde. Die SPD sei in dieser Frage offen. „Der richtige Baum an der richtigen Stelle, ich muss wissen, wo ich mein Auto hinstelle, auch das gehört zur Wohnqualität“, antwortete eine Dame.

Eine andere kolportierte den Satz einer Nachbarin: „Wenn ich Bäume sehen will, gehe ich in den nahen Hangeweiher.“ Die Einigungsformel: Nicht mehr Bäume als vorher, aber auch nicht weniger, Parkplätze so viele wie möglich. Auch vor den 21 Geschäften im unteren Bereich müsse geparkt werden können.

Fragen gab es auch zur Fahrbahnbreite. Die sei mit den in der Verwaltungsvorlage genannten fünf Metern „zu eng“. Regina Poth wies allerdings darauf hin, dass zu den fünf Metern die jeweils zwei Meter breiten beidseitigen Schutzstreifen für Radfahrer hinzuzurechnen seien. Die dürften – so sie von Radlern frei seien – von Autofahrern kurz mitgenutzt werden. Außerdem sagte sie, dass die Verlegung der Aseag-Halte­stelle Jüdischer Friedhof keinerlei Einfluss auf die Kosten habe, sie sei aber sinnvoll, weil jetzt Autofahrer am haltenden Bus vorbeifahren könnten.

Gesamtkosten: 4,9 Millionen Euro

Auch die Kosten wurden angesprochen. Laut Verwaltung werden sie für den Umbau des ersten Bauabschnitts von der Schanz bis zur Körnerstraße 1,5 Millionen Euro betragen. Der gesamte Umbau bis zum Brüsseler Ring wird mit 4,9 Millionen Euro kalkuliert.

Die Bürgerinitiative glaubt, ihre Vorschläge könnten diese Summe verringern auf die vor Planungsbeginn im Jahr 2009 genannten 2,9 Millionen Euro. Straßenbau-Managerin Regina Poth: „Ich kann nicht sagen, wo die Zahl von 2,9 Millionen herkommt. Was wir jetzt für die Lütticher Straße planen, ist normaler Standard, kein Luxus.“

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