Überraschungsgast reißt die Gäste vom Hocker

Von: Georg Dünnwald
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Paul Pooetz aus der Viktoriastraße war der Uberraschungsgast beim Festakt zur Thouet-Mundartpreisverleihung an René Brandt.

Aachen. Der Überraschungsgast am Schluss der Veranstaltung riss die rund 700 geladenen Gäste vom Hocker. Paul Pooetz aus der Viktoriastraße war gekommen, um seinen neuesten Hit zu präsentieren. Nicht Nessun Dorma - nein diesmal versuchte sich der junge, linkische Mann an O Sole mio.

Wie ein Kümpchen stand der Paul aus dem Ostviertel auf der Bühne, mit Sängerqualitäten, die ausgebildete Opernsänger vor Neid erblassen lassen. Er war in den Krönungssaal des Rathauses gekommen, um seinem Alter ego, René Brandt, zur höchsten Auszeichnung, die für Verdienste um das Öcher Platt vergeben wird, zu gratulieren. Brandt ist der 27. Preisträger des Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen, einer Auszeichnung, die die höchste ist, die für Verdienste um die Mundart vergeben wird.

Ein festlicher Abend

Es sollte ein festlicher und vergnüglicher Abend werden, und das wurde er auch. Wie in jedem Jahr sammelten im Treppenhaus des Rathauses Sternsinger für den guten Zweck und sangen dazu fromme Lieder. Wie in jedem Jahr standen die Duemjroefe als Rathauswache vor dem Eingang, im Foyer und auf den Absätzen des Treppenhauses Wache, schön anzusehen in ihren blau-gelben Landsknechts-Kostümen. Und wie in jedem Jahr unterhielt Gert Leuchtenberg im Foyer die auf Einlass wartenden Gäste mit dem Quetschbüll.

Viele Öcher-Platt-Kenner oder die, die sich dafür halten, haben nach den starken Leistungen der vergangenen Jahre eine Steigerung schlichtweg für unmöglich gehalten. Sie wurden aber eines besseren belehrt, es gab keine wirklich schwache Nummer, vielmehr jagte ein Höhepunkt den nächsten, wobei vor allem die „Frönnde?” von 42-Jährigen, Ägid Lennartz, Stefan Beuel, Dietmar Ritterbecks, Uwe und Elmar Brandt, wahre Begeisterungsstürme hervorriefen.

„Frönnde” mit Fragezeichen - René Brandts großer Bruder Uwe erklärte augenzwinkernd: „Wir wollen die Gelegenheit nicht auslassen, diesen Abend anzuzweifeln, Du machst immer neue Lieder, hast aber nur einen Text dazu.” Und dann gerieten Gesangsvorträge zum echten Freundschaftsbeweis. Und schon schon sang das Quintett „E paar Öcher Prente” zu Weisen aus „My fair Lady”, zu Hildegard Knefs „Für Dich soll´s rote Rosen regnen”, Abbas „Thank you for the Music” und dem Weihnachtslied „Kommt lasst uns anbeten”. Tobender Applaus war den Herren sicher, auch als sie eine Öcher-Platt-Variante nach „Veronika der Lenz ist da” der Comedian Harmonists zum Besten gaben.

Die Laudatio von Bernd Büttgens

Vorjahrespreisträger Bernd Büttgens hatte es übernommen, die Laudatio auf seinen Nachfolger zu halten. „Du hast Kraft, Du hast Ideen, Du hast Herz und Du hast Gefühl”, stellte Büttgens fest. Brandt sage stets offen, wiviel ihm Aachen bedeute. „Er ist stolz darauf, in Aachen zu wohnen, er ist schnackuus, und trifft immer den Nagel auf den Kopf.”

Der Kunstschmiedemeister René Brandt, im Ostviertel aufgewachsen und jetzt mit Ehefrau Steffi und den Kindern in der Nähe des Tierparks wohnend, sei ein Teamplayer. „Renés Reihe war nie die erste, im Fußball würde er im defensiven Mittelfeld abgesiedelt oder als Verteidiger eingesetzt.” Die meisten Texte der 4 Amigos, denen René Brandt angehört, stammten von ihm. Alles Attribute also, die Brandt zum perfekten Preisträger machen. Und das Publikum mit ihm einen unvergesslichen Abend erleben ließ.

Alles perfekt

Und an diesem Abend stimmte einfach alles, perfekt organisiert, beim gemütlichen Beisammensein klappte die Versorgung mit Getränken und den von Christophe Thouet kreiierten Öcher Börgern hervorragend - und das gesamte Programm war vom Feinsten.

Inbrünstig sangen zum Schluss alle Protagonisten und das gesamte Publikum die Stadthymne „Urbs aquensis”, die erste Strophe auf Latein, dann drei Strophen auf Öcher Platt, nach einer Version von Hein Engelhardt.

„Der Preis ist auch als Anerkennung dafür gedacht, dass René Brandt die Mundart im täglichen Umgang benutzt und nicht in Histörchen schwelgt”, sagte Christophe Thouet bei der Überreichung der Urkunde.

Christophe Thouet hob im Jahr 1985 als Karnevalsprinz die Auszeichnung aus der Taufes. D´r Thouet-Priis ist mit 2500 Euro dotiert.
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