Aachen - Übernachtungen: Eine-Million-Grenze steht vor dem Fall

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Übernachtungen: Eine-Million-Grenze steht vor dem Fall

Von: Martina Stöhr
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Der Geschäftsführer des „aachen tourist service“, Werner Schlösser, legt einen positiven Geschäftsbericht für den Tourismus in Aachen vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein volles Geschäft erwartet der „aachen tourist service“ (ats) für diesen Sommer. Die Heiligtumsfahrt, die Karlsausstellungen und eine ganze Reihe von damit verknüpften Tagungen werden Aachen ein volles Haus bescheren.

Davon ist Tourismuschef Werner Schlösser überzeugt. Denn schon jetzt seien 2300 Führungen zum Karlsjahr gebucht worden. „Die Nachfrage und die Resonanz sind gigantisch“, sagt Schlösser. Besonders interessierte Touristen buchen gleich den Besuch von Rathaus, Dom, Domschatzkammer und Centre Charlemagne auf einmal.

Damit setzt sich laut Schlösser die positive Tendenz aus dem vergangenen Jahr fort. Da verzeichnete die Branche rund 900.000 Übernachtungen. Schlösser ist optimistisch, dass die Eine-Million-Grenze in absehbarer Zeit überschritten wird. Zwar gingen die Zahlen in Burtscheid laut Geschäftsbericht 2013 zurück, doch neue Hotels machen das an anderer Stelle wieder wett. Überraschend sei, dass die Monate November und Dezember wohl Dank des Weihnachtsmarktes sehr gut seien, so Schlösser. Mit 36 Prozent sei auch die Anzahl ausländischer Gäste bemerkenswert hoch, wenn man bedenke, dass Aachen keine Messestadt sei.

Auch im Vergleich zu anderen Städten muss sich Aachen offenbar nicht verstecken. „Insbesondere waren wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Eifel die erfolgreichste touristische Region in Nordrhein-Westfalen“, heißt es im Geschäftsbericht. Und auch über das Karlsjahr hinaus wird bereits jetzt geplant. „Wir sind seit über einem Jahr mit den Vorbereitungen zu den Reit-Europameisterschaften 2015 beschäftigt“, sagt Schlösser. Anlass zur Kritik gebe lediglich ein Punkt: „In Aachen gibt es zu wenig Tagungsräume“, meint er. Daran sollte sich etwas ändern.

Auch finanziell steht der ats auf gesunden Beinen. Der Verein verzeichnet einen Überschuss von 205.000 Euro, was laut Werner Schlösser aber vor allem der „gelösten Steuerproblematik“ zu danken sei.

Anlässlich des 65-jährigen Bestehens des Vereins präsentierte Professor Paul Thomas, Historiker bei den Wirtschaftswissenschaftlern der RWTH, ein kleines Büchlein, das sich mit der Geschichte der Fremdenverkehrsvereine in Aachen beschäftigt. Die positionierten sich seit dem 18. Jahrhundert zwischen Industriestadt und Kurgemeinde. Damals gab es beispielsweise Vereine wie den zur Belebung der Badesaison. Der „Verschönerungsverein“ und der Verkehrs-Verein Bad Aachen bauten die touristische Infrastruktur zu einer modernen Kurstadt auf, heißt es in dem Buch.

Laut Professor Thomas ist es erstaunlich, dass sich bislang nie jemand systematisch mit dem wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus beschäftigt hat. Das Buch von Markus Maaßen heißt „Geschichte der Fremdenverkehrsvereine in Aachen“ ist im Shaker-Verlag erschienen und in der Tourismusinformation am Elisenbrunnen erhältlich.

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