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Überfälle in Aachen und München: Jugendbande im Verdacht

Von: Heiner Hautermans und Ute Wessels
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Tatorte, eine Diebesbande? Die Art des Überfalls auf ein Juweliergeschäft in München (l.) lässt die Polizei vermuten, dass es die gleichen Täter sein könnten wie eine Woche zuvor in Aachen. Foto: dpa/Ralf Roeger
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Polizisten sichern am 12.02.2014 in der Maximilianstraße in München (Bayern) ein Geschäft für Luxusprodukte, Uhren und Schmuck. Zuvor waren fünf maskierte Personen mit Gewalt in das Geschäft eingedrungen und hatten es ausgeraubt. Foto: Marc Müller/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

München/Aachen. Der Überfall am helllichten Tag dauerte wenige Minuten, die Flucht der Räuber war ebenfalls schnell beendet – noch in Tatortnähe hat die Polizei vier der fünf mutmaßlichen Täter gefasst. Sie sollen am Mittwoch einen Münchner Edeljuwelier überfallen haben. Weitere drei Festnahmen von vermuteten Mittätern folgten, wie die Polizei mitteilte.

Am Donnerstag erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehle. Der Wert der Beute – den Angaben nach „ein halber Rucksack voll“ – soll nach ersten Schätzungen rund 200.000 Euro betragen. Die vier gefassten Räuber sind nach eigenen Angaben lediglich zwischen 14 und 16 Jahre alt.

Fakt ist zudem, dass die Aachener Kripo bereits am Mittwoch Kontakt mit den Münchener Kollegen aufgenommen hat. Denn die Parallelen zu einem Überfall auf ein Juweliergeschäft in der Aachener Innenstadt am Donnerstag vergangener Woche sind vorhanden. Polizeisprecher Paul Kemen: „Nach dem Überfall glühten bei uns die Drähte. Derzeit wird auf Ermittlerebene abgeglichen, ob es Zusammenhänge gibt.“ Untersucht würden etwa die Beschreibungen, die Spurenlage und die Arbeitsweise: „Auf den ersten Blick sind deutliche Übereinstimmungen zu erkennen.“

Die Art des Überfalls und das Alter der mutmaßlichen Täter – in dieser Konstellation ein „einmaliges“ Verbrechen in München, wie Kriminaldirektor Clemens Merkl sagte. Ob die Männer zu der berüchtigten Diebesbande „Pink Panther“ gehören, ist noch unklar. Parallelen gibt es laut Polizei jedoch auch da etliche: die Uhrzeit und kurze Dauer des Überfalls, die gezielte Auswahl des Schmucks, die brachiale Gewalt und die schnelle Flucht. Zumindest bei einem der sieben Festgenommenen hofft die Polizei, eine Verbindung zu den „Pink Panthern“ herstellen zu können.

Bei dem Raub in München zertrümmerten die maskierten Täter mit Axt und Vorschlaghammer die aus Sicherheitsgründen immer verschlossene Glastüre des Uhren- und Schmuckgeschäftes auf Münchens nobler Maximilianstraße. Einer bedrohte den Wachmann mit einem Schraubendreher, dann zerschlugen sie Vitrinen, rafften vor allem Luxusuhren zusammen und verschwanden.

Eilig liefen die Räuber über die Straße, verfolgt von Passanten und vom Sicherheitsmann eines benachbarten Ladens. Die Täter zerstreuten sich in verschiedene Richtungen, konnten ihre Verfolger jedoch nicht abhängen. Nach nur wenigen hundert Metern fassten Polizisten vier der fünf Flüchtenden. Drei von ihnen stammen nach eigener Aussage aus Moldawien, einer aus der Ukraine. Ebenfalls in der Innenstadt stoppte die Polizei ein verdächtiges Auto und nahm die beiden Insassen, zwei 27 und 32 Jahre alte Serben, fest.

Bei der Festnahme der zwei Serben hätten sich Hinweise auf zwei Wohnungen im Stadtteil Sendling ergeben, die dann von einer Spezialeinheit gestürmt worden seien, sagte Merkl. Dabei überwältigten die Beamten einen schlafenden Mann. Der 25-Jährige soll auch aus Serbien stammen.

In dem Geschäft des schweizerischen Schmuckherstellers an der Maximilianstraße dauerten die Aufräumarbeiten am Donnerstag noch an. Mittels Inventur soll die exakte Beute verifiziert werden. Die zertrümmerte Glastür wurde durch eine neue ersetzt, im Ladeninneren arbeiteten Handwerker am Mobiliar.

Auch Günter Frantzen, Geschäftsführer des Studios Küpper in Aachen, hofft, dass „der ganze Spuk bald vorbei ist“.

In dem Studio ist wieder Alltag eingekehrt. Überlegt wird, ob nun zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

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