U21-Jugendclub feiert im Mörgens Premiere mit Jukebox-Youth

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Was singen denn alle? Und was bedeutet das? Der U21-Jugendclub präsentiert im Mörgens das Stück Jukebox-Youth. Foto: Marie-Luise Manthei

Aachen. Laut war es. Schnell war es. Und lange war es wirr. Fragende Gesichter im Publikum: Worum geht es? Wo ist der rote Faden? Nach einer Stunde Aufführung war klar: Es ging um Musik. Um Texte. Um die Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit von Liedern. Am Ende der Produktion war es leise. Und ruhig.

Der rote Faden hatte sich zum Verstehen gesponnen. Jukebox-Youth, eine Produktion des U21-Jugendclubs, hatte im Mörgens Premiere.

Die Frage, die sich die jungen Schauspieler stellten: Gibt es einen Faden, der sich durch die massentaugliche Musik zieht? Durch die Musik, die jeden Tag läuft, die den Hörer einlullt? Ist es immer die Liebe, die Sehnsucht, die die meisten Ohren erreicht und für das Erwachsenenwerden stehen? Oder entstehen doch nur noch durch träge Berieselungen falsche Bilder vom Leben und der Liebe, die keiner mehr so richtig ernst nimmt?

„Musik kann Menschen vereinen oder Menschen entzweien. Musik ist Sprache. Musik gefällt. Gefällt nicht.“ So sinnierte noch eine der 15 Schauspielerinnen und Schauspieler, als der Chor einhämmernde Aussagen in steigernder Lautstärke auf der Mörgens-Bühne monoton wiederholte.

Lieder von Queen, den Beatles, von Michael Jackson, Grönemeyer. Lady Gaga und Amy Winehouse, aber auch Eintagsfliegen aus den Charts wurden aus der englischen Sprachen in die deutsche übertragen, um so die Absurdität der Liedtexte zu verdeutlichen. Die Aussage am Ende des Stücks: Was sagt denn eigentlich Musik? Was singen alle mit? Wie viel Sinn machen diese Ohrwürmer?

Jukebox-Youth ist ein Stück für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich über das tägliche musikalische Einlullen Gedanken machen. Jukebox-Youth ist aber auch ein Stück für die Eltern, die in ein Gespräch mit ihren Kindern einsteigen könnten, wenn Lieder geträllert werden. Jukebox-Youth ist auf jeden Fall ein Stück für all jede, die Lust haben, Fragen zu stellen.

Seit November 2013 hatten die 15 Jugendlichen dieses Stück unter professioneller Anleitung von Florian Denk, Benedikt Voellmy und David Brüsseler entwickelt. „Toll, wie die Jugendlichen ihre eigenen Charaktere in die Rollen mit einbringen“, urteilte ein stolzer Vater. Er ging, ebenso wie all die anderen Zuschauer, nachdenklich nach Hause.

Weitere Aufführungen von Jukebox-Youth sind am Mittwoch, 11. Juni, Sonntag, 15. Juni, Mittwoch, 25. Juni, und Donnerstag, 3. Juli, um 20 Uhr im Mörgens.

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