Aachen - Turbulentes Treiben in der Walpurgisnacht

Turbulentes Treiben in der Walpurgisnacht

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:
Probe Aachener Heimattheater
Probe Aachener Heimattheater „Die kleine Hexe”
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Aachen. Auf dem Blocksberg ist der Teufel los. Unsinn, auf dem Blocksberg sind es die Hexen, die in ihren wilden Klamotten kichern und wispern, zaubern und toben und auf ihren Besen Walzer, Twist und Tango und den langsamen Schnecken-Rap tanzen. Der Blocksberg liegt derzeit noch in der Schule Römerhof in Burtscheid.

Denn dort ist das Aachener Heimattheater Bühnenfreunde 1947 (AHT) eifrig dabei, sein neues Weihnachtsmärchen einzustudieren.

Seit 1980 schon bringt das AHT zum Frühjahrsprogramm in Öcher Platt in der Vorweihnachtszeit auch ein Weihnachtsmärchen heraus, das aber nicht in Mundart. „Die kleine Hexe” heißt das Märchen in diesem Jahr. Es lehnt sich mit seiner Handlung an das berühmte gleichnamige Kinderbuch von Ottfried Preußler an. AHT-Spielleiter Bernd Dreyer hat es sehr frei nach der Vorlage zu einem Bühnenstück umgeschrieben und ihm eine moderne Form verpasst.

Wer bei einer Probe auf dem Römerhof-Blocksberg vorbeischaut, spürt die Begeisterung und Freude, mit der das Ensemble ans Werk geht. Zehn Bilder in fünf verschiedenen Kulissen versprechen ein turbulentes Treiben. Im Mittelpunkt steht die kleine Hexe, die - was sie fluchend „mega-teuflisch” ärgert - nur deshalb „klein” genannt wird, weil sie mit ihren erst 127 Jahren viel jünger ist als die anderen Hexenweiber mit ihren bis zu 3500 Jahren auf dem Hexenbuckel. Die „kleine” Hexe hat sich in der Walpurgisnacht verbotenerweise in den Tanzwettbewerb der Oldies geschlichen. Sie wird in ihrem schrill-poppigen Kostüm entdeckt und von der hinterhältigen Muhme Rupumpel bei der auf ihrem Besen herbeifliegenden Oberhexe angeschwärzt. Für die kleine Hexe beginnt ein schwieriges Bewährungsjahr . . .

Weil sie als Hexe noch sehr unerfahren ist und noch nicht richtig zaubern kann, geht einiges schief. Ihren Märchenpapagei Papapito verzaubert die Elevin in den Raben Abraxas, der fortan ihr liebenswerter Begleiter und guter Ratgeber ist. Abraxas aber möchte gerne wieder Papapito sein. Gibt es ein Happyend? Die Ober-, Wind-, Knusper-, Kräuter, Wald-, Feuer- und Sumpfhexe jedenfalls lachen sich mit ihren langen fiesen Hexennasen schief und krumm. Und als sich nach der langen Bewährungszeit vor dem großen Hexenrat auch noch herausstellt, dass die kleine Hexe nur gute Taten vollbracht hat, sind die bösen alten Hexen stinksauer, denn Hexen fluchen und zaubern immer nur Schlechtes. Eine gute Hexe ist einfach die schlechteste der Welt. Das ist denn auch die Moral von der Geschicht: Es geht im märchenhaften Spiel um nichts Geringeres als um Gut und Böse.

Traditionell spielen in einem AHT-Märchen auch der Hase Hoppulus und der Igel Stachulus mit. Als die im vergangenen Jahr mal aussetzten, hagelte es Kritik. Die beiden drolligen Typen führen plaudernd und erklärend durchs Stück, spielen auf der Bühne mit, ziehen aber auch durch die Reihen des großen und kleinen Publikums und feuern zum Mitmachen an.

Auch die kleine Hexe ruft um Hilfe: „Was soll ich denn jetzt mal zaubern?” Dann geht es im Saal zu wie auf dem Blocksberg und von allen Seiten kommen Vorschläge. Das begeisterte Mitgehen der Kleinen macht dem Ensemble des Heimattheaters immer viel Spaß. Als in einem früheren Stück eine Märchen-Stiefmutter ihr böses Spiel einmal zu arg trieb, verlies ein Steppke türeschlagend den Saal und zeterte: „Nee, mit der will ich nix zu tun haben.”

Mit „Geister, Blitz und Lurchenbrei, dieser Besen geht entzwei” und ähnlichem Hexenkram unterhält das 30-köpfige Ensemble seine Gäste rund zwei Stunden lang. Auch der Nachwuchs, zehn Kinder und Jugendliche, ist mit von der Partie. „Wir legen großen Wert darauf, die Jugend zu fördern”, sagt AHT-Vorsitzender Rolf Bresser. „Damit legen wir einerseits den Grundstein für ein stetes Vereinswachstum und zeigen den Kindern andererseits, dass es noch andere Dinge gibt als die mediale Flut, die sie täglich umgibt.” Pressesprecherin Elisa Zander ergänzt: „Wir verfolgen das Ziel, junge Menschen an das Theater heranzuführen und mit einem kulturellen Erlebnis zu verwöhnen.”

„Die kleine Hexe” verspricht ein riesiger Spaß für jung und alt zu werden. Oder, um es mit der Muhme Rupumpel zu sagen: „Darauf kannst Du eine Fliege essen.”

Die Aufführungen und der Kartenvorverkauf

Das Weihnachtsmärchen„Die kleine Hexe” für alle Märchenfreunde ab dem vierten Lebensjahr wird dreimal in Aachen und einmal in Alsdorf aufgeführt. Premiere ist am Sonntag, 20. November im Brüssel-Saal des Eurogress, Monheimsallee 48.

Weitere Termine in Aachen sind am Sonntag, 27. November, sowie am Sonntag, 4. Dezember. Beginn ist jeweils 15 Uhr, eine halbe Stunde vorher ist Einlass. Die Plätze sind nicht reserviert, die ersten Reihen sind den Kindern vorbehalten. Am Sonntag, 11. Dezember, findet die Aufführung in der Stadthalle Alsdorf statt, Beginn ist um 15 Uhr.

Karten, Vorverkauf 9 Euro zuzüglich VVK-Gebühr; Tageskasse 11 Euro, sind erhältlich beim AN-Ticketservice in der Mayerschen Buchhandlung, im Eurogress sowie in der Geschäftsstelle des AHT unter Tel. 0241/552000 oder 0241/7019710. Kartenvorverkauf für Alsdorf über Stadthalle Alsdorf.

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